All in one

Tag 37 – Mandalay

Das ich vor dem Wecker wach war hat mich schon einmal gewundert. Aber es war ein gutes Zeichen. Mir geht es nämlich wieder gut. Endlich! Eigentlich traue ich es mich noch gar nicht wirklich zu sagen, da ich das Gefühl habe, dass es sich jede Sekunde wieder ändern könnte. Dennoch war ich schonmal mehr als happy. Um 6:30 Uhr war ich also schon hell wach und munter. Von mir aus hätte es jetzt schon los gehen können. So konnte ich aber schön in Ruhe duschen, mein Zeug zusammenpacken, frühstücken und auschecken. Um 8:00 Uhr hat uns unser Guide für heute abgeholt. Die Tour hier ist wirklich nicht billig. 65$ pro Person kostet der Spaß. Allerdings ist es hier in Myanmar, für Touristen bzw. Fremde, extrem teuer zum Beispiel einen Tempel zu betreten. 20$ kann dort alleine der Eintritt kosten. Einheimische haben natürlich freien Zugang. Wie soll es auch sonst sein. Das können sie auch gerne mal bei uns einführen. Dadurch das alle Eintritte, Transportmittel und Lunch mit Inbegriffen waren und die Tour den ganzen Tag gehen sollte, schien mir der Preis auch realistisch. Man will ja auch irgendwie etwas von der Stadt sehen wenn man schon hier ist.

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Der erste Stop war der Jade-Market. Um ehrlich zu sein habe ich zuvor noch nie etwas von diesem Edelstein gehört. Als wir aber dann in der Straße angekommen sind wusste ich natürlich gleich worum es sich handelt. Myanmar ist so reich an natürlichen Ressourcen! Hier auf diesem Markt werden ausschließlich Rohmaterialien verkauft. Natürlich kosten die Steine ihr Geld. Sie sehen aber auch wunderschön und edel aus. Vor allem Menschen aus China kommen hier her um den Rohstoff zu kaufen und mit nach Hause zu nehmen. Dort ist Jade super begehrt und gilt schon als Heilmittel. In China wird aus dem rohen Edelstein dann Schmuck gefertigt und viel teurer verkauft. Wir haben auch so oft beobachten können wie sie einen Lifestream mit der Heimat führen und fragen, welche Steine sie bevorzugen und kaufen möchten. So verrückt! Oft sitzen sie auch da mit den Taschenlampen, um die Qualität zu prüfen. So ein Markt habe ich zuvor auch noch nie zu Gesicht bekommen.

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Anschließend ging es für uns an den Hafen. Mit dem Boot sind wir eine ganze Weile nach Minbun gefahren. Das ist ein kleines Dorf nördlich von Mandalay. Am Ufer angekommen hat uns gleich ein super schickes Taxi empfangen. Ich kam mir wirklich wie in einer anderen Zeit vor. Das war wirklich super komisch. Unfassbar!

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Zu aller erst sind wir zu dem Haus mit der zweitgrößten intakten Glocke der Welt gegangen. Die Mingun-Glocke war wirklich riesig, 3.7m hoch. Man konnte sogar in sie hinein steigen. Das schwere daran war anscheinend, dass man die Glocke damals in einem Zug gießen musste, damit sie ihren schönen Klang behält.

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Weiter sind wir durch kleine Gassen geschlendert. Auf dem Weg haben wir wieder viele Mönche in ihren roten Gewändern sehen dürfen. Auch bei einem einheimischen Holzhaus haben wir einen Stop eingelegt. Dort hat eine Frau genüsslich die selbstgedrehten Zigarren aus Myanmar geraucht.

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Dann ging es für uns zum weißen Tempel. Zu aller erst habe ich mir gar nichts davon erwartet. Wir sind an einem kleinen weißen Tempel vorbeigelaufen und ich dachte das wars schon. Aber auf einmal standen wir vor so einem wunderschönen Gebäude. Da hab ich echt gestaunt. Irgendwie begeistern mich diese weißen, schlichten Gebäude viel mehr, als der/die hundertste goldene Tempel oder Stupa. Die Hsinbyume Pagoda symbolisiert den mythischen Berg Meru, das Zentrum der Welt. Für mich hatte sie einfach schon etwas griechisch-mediterranes. Vielleicht gefällt sie mir gerade deshalb so sehr. Wir konnten aber nur eine sehr kurze Zeit hier herumlaufen und die Pagode betrachten.

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Die nächste und letzte Sehenswürdigkeit hier in Minbun ist die Ruine der unvollendeten Minbun-Pagode. So etwas habe ich auch noch nie zuvor gesehen. Man sieht wirklich wie die Pagode angefangen, aber noch lange nicht vollendet ist. Es ist eine Mischung aus gigantischem Stein und religiöser Pagode. Danach ging es für uns wieder zurück zum Boot und zurück nach Mandalay. 30-60 Minuten braucht es um den Hafen der Stadt zu erreichen.

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Der nächste Stop war zum Mittagessen. Auch das war in der Tour inklusive. Wir sind natürlich in ein burmesisches Restaurant. So viel Essen haben wir bekommen. Mir ist aufgefallen, dass einem im Restaurant keine Stäbchen gereicht werden. Ich war mir nicht sicher ob das nur wegen der Touristen der Fall ist oder weil die Burmesen wirklich nicht mit Stäbchen essen. Unser Guide hat uns eines besseren belehrt. In Myanmar essen die Einheimischen mit den Händen, nicht mit Stäbchen. Dann ist es ja noch einmal gut, dass wenigstens wir Besteck bekommen. Jeder hat ein „Main-dish“ bekommen. Verschiedene Currys oder gebratenes Gemüse mit natürlich Reis standen zur Auswahl. Das beste waren aber die „Side-Dishes“ die wir alle bekommen haben. OMG! So viel Essen. Man konnte so wieder wirklich alles typische der Region probieren. Ob Tealeafsalad, Kürbis, Okraschoten, Bohnen, Mais, Tomaten-, Auberginen oder Kartoffelsalat. Es gab so viel. Danach wurden uns noch kleine Bananen, Tamarindenbonbons und ein spezieller Kuchen angeboten. Tamarinde ist hier, genau so wie Erdnüsse super verbreitet. Fast in jedem Essen werden Erdnüsse verwendet. Ob als Salatdressing, zum Snacken oder grob drüber gestreut. Vor allem aber verwendet der Burmese in jeder Speise viel Erdnussöl.

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Anschließend wurde die Tour fortgesetzt. Wir sind, Überraschung, in einen weiteren Tempel, in den Shwenandaw Kyaung Tempel . Das coole an diesem war eigentlich für mich nur die Zeremonie, die wir zufälligerweise mitbekommen haben. Eine Menge an junger Mädels stand vor uns, geschminkt, in schicken Kleidern und einfach total aufgestylt. Nicht jeder sah unbedingt so happy aus. Auf jeden Fall sind diese Mädchen, zukünftige Nonnen. Ich habe wirklich noch nirgends so viele Nonnen, in ihren pinken  Gewändern, gesehen wie in Mandalay. Überall findet man sonst nur Mönche.
Dem Buddha näher treten durften wieder nur die Männer. Ich hab aber glaube ich wirklich schon genug Buddhas gesehen. Dieser Tempel, wie auch die meisten anderen in Myanmar, besteht angeblich ausschließlich aus Goldblättern. Man kann diese auch immer am Eingang kaufen. Die Männer sollten sie hier auf den Buddha heften.

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Danach ging es zu dem wohl härtesten Job, den es so gibt. Es gibt bestimmt einige noch anstrengendere Berufe als diesen, aber der hat es wirklich in sich. Die Männer hier fertigen die oben genannten Goldblätter. Ihr könnt euch nicht vorstellen wie viele Stunden ein Mann hier hämmert, um ein Goldblatt in der entsprechenden Dicke herzustellen. Eine Ewigkeit! Man konnte fühlen, wie heiß das Päckchen nach ein Paar Stunden war. Extrem! Allein der Hammer wiegt schon einiges. Dazu kommt der ständige Geräuschpegel. Ich würde da durchdrehen. Die Goldblätter werden hier ja vor allem für die Tempel verwendet. Aber auch ein Schmuckgeschäft befand sich nebenan.

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Dann ging es weiter. Der King Palace stand auf den Programm. Dieser ist allerdings nur eine Nachkonstruktion, da der echt während des Krieges verbrannt ist. Vom Aussichtsturm hatte man eine tolle Aussicht auf das ganze Areal. Das war aber auch schon das beste von diesem Stop. Ansonsten sind wir hier einfach etwas durch die Anlage gelaufen. Wir hatten normalerweise eh immer nur einige Minuten Zeit, um die Sehenswürdigkeiten zu erkunden. Unser Programm war wirklich stramm. Vom Eingang konnte man außerdem schon den Mandalay Hill in der Ferne sehen.

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Weiter ging’s! Und um ehrlich zu sein hatte ich genug von Tempeln. Aber auch dieser musste besucht werden. Und auf den ersten Blick hat er mir gar nicht zugesagt. Auf den Zweiten aber, ist er wirklich etwas Besonderes. Der gesamte Tempel besteht aus Holz. Alle Details, Verzierungen und Symbole sind aus Holz. Wahnsinnig. Der Teakholz-Tempel ist angeblich der einzigste Tempel, der überlebt hat. Alle anderen sind während des Krieges verbrannt. Deshalb ist er auch so heilig. Innen darf auch nichts von Touristen berührt werden, da die Wände sonst schnell abgenutzt werden.

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Und schließlich ging es zum größten Buch der Welt. Ich wusste gar nicht, dass es das gibt. Aber doch! Wie meine Vorstellungen waren? Ich dachte einfach an ein überdimensionales Buch. Falsch gedacht! Als wir angekommen sind, haben uns gleich einige wunderschöne weiße pavillionartige Tempel empfangen. Es ist also doch kein Buch, wie man es sich vorstellt, sondern eine Sammlung an kleinen Pagoden. Die Kuthodaw Pagode besteht aus 729 dieser kleinen Häusschen. In jeder befindet sich hinter Gittern eine Seite. Allerdings können nur Mönche diese Schrift lesen. Auch für Burmesen sind die Seiten unleserlich. In der Mitte befindet sich auch noch die goldene Shwezigon-Pagode.

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Und nun zu guter letzt ging es auf den Mandalay Hill. Zum Abschluss wollten wir uns von dort oben den Sonnenuntergang anschauen. Die Fahrt dorthin war halber kriminell. Geschwindigkeitsbegrenzungen kennen die Tuk Tuks hier nicht. Oben wurden wir dann aber mit einem tollen Ausblick belohnt. Natürlich waren hier wieder viele viele Touristen zu finden. Mich haben aber auch ein paar burmesische Jungs angesprochen, ob sie um ihre Englischkenntnisse aufzubessern, mit mir reden könnten. Die waren wirklich nett! Der Sonnenuntergang an sich war traumhaft. Vor ein paar Tagen hat es hier nur geregnet und es war grau. Wir hätten heute nicht besseres Wetter haben können. Es war perfekt.

Trotzdem war es ein sehr langer und anstrengender Tag. Wir haben viel gesehen, sind viel gelaufen und haben viel fotografiert. Zurück im Hotel haben wir zu Abend gegessen und uns für den Nachtbus fertigmachen. Jipi, darauf habe ich mich gefreut. Ich hatte schon halber Horrorvorstellungen von dieser Nacht. Aber schlimmer als der erste Nachtbus kann es eigentlich nicht werden. Das kann ich nur hoffen!

 

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