Authentic experience

Tag 38 – Yangon

Überlebt! Zum Glück ist dieser Nachtbus jetzt auch geschafft. Ich hatte wirklich halber Panik wieder die ganze Nacht wach zu liegen. Aber ich muss sagen, dass der Bus um einiges komfortabler war als der erste. Zum Einen hatte ich einen Einzelsitz, was um zu schlafen wirklich besser ist. Zweitens war der Bus einfach sauberer und man hatte meines Erachtens ein bisschen mehr Platz. Zudem konnte ich relativ weit vorne sitzen. Die Straße war auch ebener und ruhiger zu befahren. Und das beste war, dass wir sogar Filme anschauen konnten. Harry Potter, Twillight oder Charlie und die Schokoladenfabrik. Super geil! Das Problem war nur, dass wir erst um 21:30 Uhr losgefahren sind und unser Gewissen die ganze Zeit gesagt hat: „Vielleicht solltest du besser schlafen, anstatt die ganze Nacht Filme anzusehen“! Um ehrlich zu sein war ich auch einfach super müde von der Ganztagestour in Mandalay. Nach einer halben Stunde wollte ich nur noch schlafen. Wie gern würde ich einfach Mal wieder ein Filmeabend machen. Einfach was gechilltes!
Das beste war aber natürlich, dass ich wieder nur im Scheinschlaf dalag und eigentlich komplett wach war. Irgendwann dann habe ich aber die beste Position in diesem Sitz gefunden, die nur möglich war. Ich habe tatsächlich ein Paar Stunden schlafen können. Was ein Wunder!

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Um 5:30 Uhr sind wir am Bahnhof in Yangon angekommen. Mit dem nächsten Bus ging es dann ins Hotel! Die Stadt hier ist einfach eine Großstadt. Das hat man schon am Verkehr um 6:00 Uhr morgens gemerkt. Unser Hotel ist ganz schmal, aber ragt weit in die Höhe. Typisch Großstadt eben. Auf dem Dach gab es dann für uns Frühstück! Eine super Aussicht hat man hier über die ganze Stadt! Wirklich schön. Mit dem Frühstück sind wir auch zufrieden. Man kann sich nicht beschweren. Unsere Zimmer waren aber leider noch nicht fertig. Außer wir hätten einen Preis draufgezahlt. Das wollten ich aber dann wirklich nicht. Aber was sollten wir die Zeit hier machen? Eigentlich wollten wir nur duschen, Zähne putzen, uns umziehen und schlafen. In Yangon gibt es um ehrlich zu sein auch nicht so viel zu sehen. Unser Guide hat uns deshalb eine Zugfahrt hier empfohlen.

Die Zugfahrt hier sollte uns einen Einblick in das einheimische Leben hier geben. Es zählt definitiv nicht als schöne Sehenswürdigkeit. Aber was hätten wir sonst die nächsten Stunden machen sollen. Zudem hat die Fahrt nur 200 Kyat gekostet. Das sind vllt. 12 Cent. Also ein Witz. Der Punkt, weshalb ich aber gehadert habe, ob ich es wirklich machen soll, war der, das die Zugfahrt 3 Stunden gehen sollte. 3 Stunden in einer Bullenhitze in einem dreckigen Zug ohne Toilette sitzen, den Einheimischen dabei zuschauen wie sie ein- und aussteigen und dabei fast einschlafen? Irgendwie klang das für mich nicht nach dem Abenteuer, auf das ich gewartet habe. Aber da sich dann bis auf 2/3 Leute alle dafür entschieden haben und ich nichts besseres zu tun hatte, bin ich dann doch mit. Außerdem dachte ich mir, dass unser Guide nicht um sonst eine Empfehlung ausgesprochen hätte. Ich glaube im Nachhinein aber nur, dass er das empfohlen hat, weil wir eh tot müde waren und eine Zugfahrt die perfekte Gelegenheit ist um einfach da zu sitzen und nichts zu machen. Super!

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Auf jeden Fall sind wir dann im Entenmarsch hintereinander her zum Bahnhof gelaufen. Man unterschätzt hier die Entfernungen so sehr. Eine halbe Ewigkeit sind wir durch die mörderische Hitze gedackelt. Mein erster Eindruck von Yangon fällt nicht besonders positiv aus. Die Straßen sind dreckig, der Geruch auf den Straßen ist oft echt ekelhaft und es sind so viele Menschen unterwegs. In dieser Stadt würde ich mich abends auch auf keinen Fall alleine blicken lassen. Am Straßenrand stehen und sitzen so viele Einheimische und Inder, die gerade nur so auf einen warten. Aber vielleicht täusche ich mich da auch noch gewaltig!
Schließlich haben wir ihn auch gefunden, den Bahnhof von Yangon. Dort wurden wir gleich von einer super komischen alten Dame belästigt. Ich kann mit solchen Menschen irgendwie überhaupt nicht umgehen. Da will ich einfach nur in Ruhe gelassen werden. Und wenn die einen dann sogar anfassen und nicht aufhören penetrant zu sein, ist es für mich echt genug. Am Bahnhof haben wir uns dann ein Ticket gekauft. In den anderen Städten hier wird überhaupt nicht mit dem Zug gefahren. Mit dem Scooter oder dem Auto ist man dann doch schneller. Bei uns zu Hause stimmt das ja meistens nicht! Aber als ich eingestiegen bin, habe ich sofort bemerkt wieso der Roller die bessere Alternative ist.

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Zu Beginn dachte ich es soll ein Witz sein. Schlechter Witz! Die Geschwindigkeit hat sich die komplette Zugfahrt so durchgezogen. Im Schneckentempo haben wir uns vorwärts bewegt. Die Geräuschkulisse war, naja wie soll man sagen, interessant. Ich dachte einfach nur: „Ernsthaft? Das ist jetzt kein Witz?“. Jetzt habe ich auch verstanden, wieso der Nachtzug von Mandalay nach Yangon 16 Stunden gehen soll. Unser Guide meinte er hat das einmal mitgemacht. Einmal und nie wieder. Klimaanlage gibt es selbstverständlich nicht. Oder doch, die natürlich Klimaanlage. Alle Fenster waren geöffnet. Das gute an der Geschwindigkeit war, das man in Ruhe seine Bilder schießen konnte. Wenn es überhaupt was zu fotografieren gab.
Von Innen war der Zug aber sauberer als erwartet. Ich habe aber auch wirklich schlimmes erwartet. Auf jeden Fall sind wir dann hier gesessen, haben geredet, die Einheimischen beobachtet und die Natur durch das Fenster erlebt. Wir sind an so vielen armen Dörfern vorbeigefahren. Wirklich erschreckend. Überall lag so viel Müll rum. Plastik, Plastik, Plastik und noch mehr Plastik. Die Asiaten lieben ihr Plastik. Überall wo man ist bekommt man Plastiktüten. Und am besten noch jeden Artikel in eine separate Tüte. Sowas kann einen wirklich aufregen. Bei uns zu Hause haben die Geschäfte es vorbildlicher Weise ja beinahe eingestellt, Plastiktüten zu verwenden. Hier ist davon keine Spur.
Für die Menschen hier ist es auch ganz normal direkt neben den Gleisen ihre Waren zu verkaufen oder auf den Gleisen zu warten. Der Fußgängerweg war oft ohne irgendeine Abgrenzung direkt neben den Zuggleisen. Verrückt! Mir kommt das schon halber normal vor, weil ich seit Wochen nichts anderes sehe, als nicht vorhandene Sicherheitsmaßnahmen. Wenn ich aber dann darüber nachdenke, realisiert man einfach was hier eigentlich abgeht.
Auch an Märkten und wirklich schönen Feldern durften wir vorbeifahren. Das war der ländliche Teil Yangons. Das hat mir dann schon wieder eher gefallen. Unser Guide meinte, dass es verrückt zu sehen sein, wie alle Menschen so schnell wie möglich versuchen, all ihre Einkäufe des Marktes in den Zug zu stopfen, und weiter fahren als sei nichts gewesen. Es soll gedrückt und gestopft werden. Auch als wir an dem Markt gehalten haben sind einige mit ihren Lebensmitteln in den Zug gestiegen. Sie haben ihre Tüten durchs Fenster in den Zug transportiert. Allerdings war wirklich nicht viel los. Vielleicht auch besser so. Nach 2 Stunden Fahrt hatte ich dann aber auch genug. „Trinken oder nicht trinken, das ist hier die Frage“! Das ging uns durch den Kopf. Wir haben geschwitzt wie ab, aber wir hatten ja noch etwas Fahrtzeit vor uns.
Die Zugfahrt hat mir wirklich ein Einblick in das Leben der Einheimischen hier gegeben. Wir haben auch viel von der Umgebung Yangons mitbekommen. Das war die perfekte Aktivität nach dem Nachtbus. Trotzdem war es ziemlich langweilig und vielleicht etwas zu lang für meinen Geschmack. Ich kann auf jeden Fall sagen: Das war der langsamste Zug, in dem ich je gefahren bin! Mit Sicherheit! Wir nannten es „authentic experience“. Davon hatten wir in dieser Tour schon einige.

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Endlich angekommen wollte ich einfach so schnell wie möglich ins Hotel, Einchecken, Duschen und Chillen. Ich hab mich natürlich extrem gefreut, als ich kein warmes Wasser in meinem Zimmer hatte. Aber was soll’s. Die zwei Tage halte ich jetzt auch noch hier aus. Das Bett ist auf jeden Fall in Ordnung. Vom Bad rede ich lieber nicht. Auf jeden Fall hatte ich einiges zu tun. In der letzten Zeit hat sich wirklich viel angehäuft. Der Blog ist hinterher. Das WLAN ist aber auch zu schlecht, um irgendetwas hoch zu laden. Bilder habe ich auch noch nicht angeschaut. Flüge und Unterkünfte sollte ich auch noch für die nächste Zeit buchen. Ein Flug muss auch noch umgebucht werden. Dann darf ich auch nicht vergessen, mit den Menschen zu Hause in Kontakt zu stehen. Postkarten wollte ich hier eigentlich auch noch schreiben. Viele viele Dinge wofür ich eh keine Zeit gefunden habe.

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Um 16:00 Uhr haben wir uns wieder mit der Gruppe getroffen. Mit einigen Taxis ging es zur höchsten Pagode Myanmars, die Shewdagon-Pagode. 105 Meter ragt sie in die Höhe. Der Legende nach ist sie mehr als 2500 Jahre alt. Sie gilt es Wahrzeichen Myanmars. Zudem ist sie einer der berühmtesten Stupas der Welt. Es war wirklich beeindruckend. Das ganze Areal ist so enorm groß. Wirklich überragend. Das Wetter hat aber auch hier verrückt gespielt. Es war den ganzen Tag so heiß. Zwischendurch fängt es aber dann immer mal wieder an in Strömen zu regnen. Bei uns hat es dann zum Glück aufgehört. Der Boden war dadurch aber so glatt, dass es mich zweimal wirklich fast hingelegt hätte. Zum Glück nur fast. Das wär mit der Kamera schmerzhaft geworden. Dann kam aber der Putztrupp und hat alles trocken gelegt. Ich weiß nicht wie viele Asiaten auf uns zukamen. So lustig. Das kann es auch nur wieder hier geben.
Auch wenn wir wirklich schon zu viele Stupas, Tempel und Pagoden besichtigt haben, war diese der krönende Abschluss. Dennoch sind wir einfach nicht mehr so verwundert, wenn ein riesiges goldenes Gebilde vor uns steht. Verständlich!

Zum Abendessen sind wir in einen Foodcourt. Ich habe ja noch gemeint, dass man in Myanmar lieber die Hände weglassen soll von Streetfood. Unser Guide hat uns aber einen einzigen Platz gezeigt, wo wir von verschiedenen Ständen unser Essen aussuchen konnten. Von Rohem und Seafood habe ich aber lieber die Hände gelassen. Sicher ist sicher. Normalerweise essen hier aber wirklich viele Lokals. Das spricht ja auch immer dafür, dass das Essen gut ist. Mit dem Englisch wird es dann aber schwer! Danach sind wir glücklicherweise wieder ins Hotel. Ich konnte mich noch wirklich bis spät abends beschäftigen. Es war auch mal gut etwas Zeit alleine zu haben.

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