Two worlds

Tag 39 – Yangon

Der Morgen konnte nicht besser starten. Einfach im Hotelzimmer aufstehen und den Wecker auf 8:00 Uhr stellen. Ich hätte ehrlich gesagt auch noch länger schlafen könne. Aber ich wollte nicht das Risiko eingehen, dass das Frühstück schon vorbei ist, wenn ich aufwache. Mein Bargeld für Myanmar müsste hier wirklich auf den Cent genau passen. Es wird wirklich knapp, aber es reicht perfekt. Es ist immer blöd noch viel übrig zu haben oder wegen einer kleinen Menge noch einmal Geld abheben zu müssen. Das muss man im Voraus gut kalkulieren. Genau passen tut es aber echt selten. Das ist manchmal super schwer einzuschätzen. Gerade hier in Myanmar kann man aber zum Notfall auch nicht mit Karte bezahlen. Das geht hier nirgends!
Auf jeden Fall bin ich dann gemütlich zum Frühstück und habe die Aussicht über den Dächern Yangons genossen. Eine unserer Gruppe hat heute Geburtstag. Ich bin wirklich froh, wenn ich ehrlich bin, das ich mein Geburtstag zu Hause mit meiner Familie und meinen Freunden feiern kann.
Danach bin ich wieder etwas ins Zimmer um mein Tagebuch weiter zu schreiben und mich für den Tag zu richten.

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Dann habe ich mich auch schon um 11 Uhr mit der Polin und dem Schweizer Paar getroffen. Zu aller erst wollten wir zu einem Souvenirmarkt laufen. Auf dem Weg dorthin haben wir eine Querstraße entdeckt, auf der ein weiterer Markt zu finden war. Da wollten wir uns natürlich auch diesen noch anschauen. Wieso auch nicht? Wenn wir eh in die Richtung müssen und er somit direkt auf dem Weg liegt ist das doch die perfekte Gelegenheit.
Auf diesem Trip haben wir wirklich schon sehr viele Märkte gesehen. Ob Gemüse- und Obstmärkte, Fleisch- und Fischmärkte, Souvenirmärkte oder der Floatingmarkt. Auch hier kann ich nur wieder sagen: „Same same but different“. Im Grunde genommen ist ein Markt ja einfach ein Markt. Menschen verkaufen Dinge und andere Menschen kaufen diese. Trotzdem sind sie in jedem Viertel, in jeder Stadt und in jedem Land anders. Nachdem wir vor dem Kochkurs am Inle Lake auf dem lokalen Markt einkaufen waren, dachte ich mich kann nichts mehr schocken. Die atmenden Fische haben mich wirklich geschockt. Jetzt konnte es ja eigentlich nicht noch krasser kommen. Aber um ehrlich zu sein war dieser Markt hier in Yangon noch eine Stufe härter.
Alleine der Geruch in dieser Stadt find ich schon super unangenehm. Aber das der ganze frische Fisch, das Fleisch, die Innereien, das Gemüse, die Gewürze und das Obst einfach mitten auf der Straße in der brühenden Hitze liegen kann doch nicht gesund sein. Überall sitzen meist die Frauen am Rande und versuchen ihre Waren zu verkaufen. Es ist klar, dass hier natürlich nur Einheimische einkaufen gehen. Zumindest habe ich hier keinen einzigen Touristen, ausgenommen uns, gesehen. Dann kam das nächste unfassbare Erlebnis. Da dachte sich ein kleiner Bus: „Oh, ich muss jetzt unbedingt durch diese Seitenstraße fahren, wo der lokale Markt stattfindet.“ Es ist ja nicht so das Yangon aus Milliarden von Seitenstraßen hintereinander besteht. Aber nein, natürlich musste er durch diese! Es war unfassbar. In der Mitte der Straße war wie ein Teppich ausgerollt, auf dem Lebensmittel zum Verkauf lagen. Der Bus ist genau so über diesen gefahren, dass die Räder links und rechts nicht den Teppich berühren. Die Lebensmittel sind somit einfach unter dem Bus durch, ohne auch nur berührt zu werden. Ich dachte wirklich nur: „Ernsthaft?“. Das war wohl wirklich kein Witz. Danach kam aber das schrecklichste für mich auf diesem Markt. Der nächste Stand hat Hühnerfleisch verkauft. An sich ja nicht schlimm! Allerdings standen unter dem zu verkaufenden Fleisch super viele Käfige mit den lebenden Hühnern. Jetzt sagen sicher wieder einige: „Dann weiß man wenigstens das das Fleisch frisch ist“. Aber das war echt hart. Unten die lebenden Tiere in ihre Käfigen gequetscht und oben drüber das Fleisch. Da überlegen sich in meiner Gruppe einige, ob sie das Fleisch hier nicht lieber sein lassen. Wir waren dann froh die Seitenstraße durchquert zu haben. Aber es war wirklich cool zu sehen, wie ein normaler Markt in Yangon aussieht. Wieder ein Erlebnis mehr!

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Danach sind wir dann zur Hauptstraße gelangt. Und schon waren wir an unserem Ziel. Der Bogyoke Aung San Market. Dort haben wir uns dann aufgeteilt und beschlossen, uns einfach nach einer Stunde wieder zu treffen. Zu Beginn waren dort einfach ein Paar wirklich schöne Läden, die Schmuck, Klamotten, Bilder, Taschen oder andere Souvenirs verkauft haben. Dann habe ich aber entdeckt, das der eigentliche Markt einen Stock weiter unten liegt. Jetzt erst bemerkte ich, wie riesig dieser eigentlich ist. Man findet hier wirklich alles. Wirklich hochpreisiger Schmuck aus Jade, wunderschöne Gemälde, handgemachte Schals und Taschen, aber auch viele viele Schnäppchen. Mich hat es total gewundert, dass es so viele Musikgeschäfte zu finden hab. Die sind bei uns ja fast am Aussterben. Hier hat ein Geschäft nach dem anderen Gitarren, Geigen oder Pianos verkauft.
Der ganze Markt war aber wirklich sehr auf Touristen ausgelegt. Man konnte mit Dollar, normalem Cash oder sogar Kreditkarte bezahlen. Gut das ich die, wie immer hier aus Sicherheitsgründen, im Hotel lassen. Sonst hätte ich bestimmt einiges gekauft. Mein Bargeld für Myanmar hab ich wirklich auf den letzten Cent ausgekostet. Ich hatte eigentlich wirklich nur noch genug Geld für das Essen heute, Briefmarken und vielleicht ein noch kleines Andenken von Myanmar. Perfekt kalkuliert würde ich mal sagen. Auf jeden Fall habe ich es genossen einfach mal etwas rumzustöbern und ohne Zeitdruck durch die verschiedenen Stände zu schlendern.

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Nebenan war gleich das riesige Shoppingcenter. Spätestens jetzt habe ich gemerkt, wie sehr ich den westlichen Standart vermisse. Von der brütenden Hitze sind wir dann in das schön klimatisiert Einkaufszentrum gelaufen. Das war erstmal ein Kulturschock. Alles glänzte in weiß und war super sauber. Willkommen in einer anderen Welt. Gerade noch sind wir durch dreckige, stinkende Seitengassen gelaufen und haben uns in der Hitze lokale Stände angeschaut. Jetzt standen wir zwischen noblen Läden, die Highend Marken verkaufen. Ob Hugo Boss, Timberland, Calvin Klein oder Amani. Alles war in diesem Einkaufszentrum zu finden. Auch Essen aus unserer Kultur war hier hauptsächlich vertreten. Tolle Bäckereien, Kaffees, Restaurants, aber auch Fastfoodketten, wie KFC konnte man hier finden. Wir sind dann in den untersten Stock in eine Bäckerei gesessen, um uns einfach mal kurz auszuruhen, etwas zu trinken oder/und etwas zu essen. Man konnte den Bäckern und Konditoren sogar bei der Arbeit zuschauen. Es war so cool, einfach mal wieder etwas mehr diesen Lifestyle mitzubekommen. Ich wollte gar nicht mehr raus. Aber das sind wir nach kurzer Zeit dann doch.

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Unser nächster Plan war es, die Post aufzusuchen. Das war gar nicht so einfach. Man legt immer eine ganz schöne Strecke zurück, wen man sich in einer Stadt aufhält. Wir haben sie dann aber gefunden, haben Briefmarken gekauft und unsere Postkarten abgegeben. Mal schauen ob diese ankommen. Bei den anderen aus Vietnam und Laos bin ich mir da leider nicht mehr so sicher. Das wär ärgerlich. Postkarten sind hier wirklich ein größerer Aufwand als man denkt. Man muss erstmal welche finden, die richtigen Briefmarken besorgen (was nicht einfach ist), eine Post aufsuchen und sie in der kurzen Zeit, die wir in einem Ort sind, noch schreiben. Aber irgendwie mach ich das auch gerne.

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Anschließend haben wir uns zu 4. Ein Taxi Richtung Park besorgt. Im Kandawgyi Park angekommen haben wir uns nach einem kleinen Walk einfach etwas ins Gras gesetzt und geredet. Danach durften wir noch ein Fotoshooting, für (dreimal dürft ihr raten) eine Chinesin, machen. Die war aber super lieb. Das Relaxen im Park tat aber gut. Wir waren schon ziemlich k.o und wollten da jetzt nicht noch einen kilometerlangen Marsch zurücklegen. Die Brücke auf dem Weg dorthin hatte es in sich. Eine Sekunde nicht nach unten geschaut und Schwups man landet im See. Ok, dass ist vielleicht etwas übertrieben. Aber die Holzbrücke war wirklich nicht mehr in ihrem besten Zustand. Aber so lange sie noch ihren Zweck erfüllt, kann man sich nicht beschweren. Später sind wir dann wieder etwas in die andere Richtung gelaufen. Dort wurde dann die neue bzw. eine weitere Brücke gebaut. Allgemein war der Park ganz schön. Ich habe aber schon viele schönere, grünere und saubere sehen dürfen. Es tat aber mal gut aus der Stadt zu entfliehen. Wir wollten bzw. mussten dann auch schon wieder ins Hotel. Das Taxi hat uns gut wieder zurückgebracht.

Im Hotelzimmer habe ich mich dann fertig für das letzte Abendessen hier in Myanmar gemacht. Natürlich musste das WLAN auch noch etwas ausgenutzt werden.

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Um 18:30 Uhr haben wir uns dann getroffen. Mit Taxis sind wir dann los. Hier kommt man gar nicht anders vorwärts. Habe ich schon erwähnt, dass hier Rechtsverkehr ist, aber der Fahrer auf der rechten Seite sitzt? Super komisch. Aber so ist es. Vor einer gewissen Zeit herrschte nämlich hier Linksverkehr. Dann wurde das aber geändert. Die Autos haben das Lenkrad aber immer noch auf der rechten Seite. Verwirrend!
Das Abendessen war zum letzten Mal noch einmal burmesisch. Es war ganz gut. Ich habe aber definitiv schon besseres hier gegessen. Heute hatte ja auch noch Gemma Geburtstag. Deshalb gab es für sie noch eine Geburtstagstorte und ein Ständchen. Sie hat sich wirklich sehr gefreut. Nachdem der Kuchen dann von uns verputzt wurde ging es auch wieder zurück.
Morgen heißt es nämlich wieder früh aufstehen. Irgendwie komisch wie schnell die Zeit jetzt doch vergangen ist. Das war der letzte Abend in Myanmar. Der Letzte! Ich kann es gar nicht fassen. Wir alle können das nicht. Es ging einfach so schnell. Extrem! Aber es kommen ja auch noch weitere spannende Dinge auf mich zu.

 

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