Under the sea

Tag 55 – Koh Tao

War es eine gute Entscheidung? Auf der einen Seite war es ein tolles und einmaliges Erlebnis. Diese Möglichkeit werde ich so schnell nicht wieder bekommen. Auf der anderen Seite liege ich gerade glühend im Bett, habe Ohrenschmerzen, Kopfweh, Halsschmerzen und Schnupfen. War es das wert? Naja, ihr wisst ja noch gar nicht um was es geht. Ich rede vom „Scuba Diving“.

Koh Tao ist berühmt für das Tauchen. Viele Taucher kommen hier her, um die Unterwasserwelt zu bestaunen. Aber auch für Anfänger ist es das Tauchziel schlecht hin. Wenn man also nach Koh Tao kommt muss man dieses Erlebnis einfach mitgemacht haben. Die meisten Reisenden machen hier sogar ihren Tauchschein. Billiger und einfacher als hier bekommt man den nirgens. Ich habe aber nicht genügend Zeit, um den 4-tägigen Kurs zu belegen. Außerdem wusste ich ja überhaupt nicht, ob mir das Tauchen zusagt oder nicht. Woher auch? Deshalb habe ich mich dazu entschieden einen Tageskurs zu belegen. Das ist quasi einfach zum Schauen, ob man Spaß am Tauchen hat oder eben nicht. Gestern Abend habe ich mich deshalb bei der Tauchschule „Scuba Junction“ angemeldet. Die Schule war gut bei Tripadvisor bewertet und hat mir auch sonst einen guten Eindruck gemacht. 2100 THB hat der Spaß gekostet. Aber im Vergleich zu anderen Orten dieser Welt ist das noch günstig.

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Um 9:00 Uhr wurde ich an der Tauchschule erwartet. Deshalb hieß es auch heute wieder früh aufstehen. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie fertig ich war. Ich war einfach totmüde und hatte jetzt schon Halsschmerzen. Ich meine wenn Abends die Musik so laut ist und jeder einem nur ins Ohr schreit, ist das kein Wunder. Das Frühstück habe ich mehr oder weniger ausfallen lassen, da die Mittagspause nach dem ersten Treffen auch schon bald wieder war. Zwei Bananen mussten also ausreichen. Dann bin ich los, um mich mit meiner slowenischen Tauchlehrerin zu treffen. Das coolste war, dass sie sogar Deutsch sprechen konnte. Eigentlich lege ich da im Moment nicht mehr so Wert drauf. Aber beim Tauchen gibt es halt schon einige spezielle Begriffe und Fachwörter. Deshalb war das wirklich perfekt.
Zuerst musste ich, wie gestern auch schon, einige Fragebögen ausfüllen. Man muss sicher gehen, dass man in keinster Weise gesundheitliche Defizite hat. Dann ging es weiter mit der Theorie. Die Lehrerin hat mir alles übers Tauchen erzählt, was ich wissen muss. Die Tauchausrüstung hat sie mir erklärt, die Unterwassersignale, das Vorgehen und die Regeln. Theoretisch klang das ja noch alles einfach. Wie es praktisch sein wird, wusste ich bis dorthin noch nicht. Anschließend musste ich einen kleinen theoretischen Test absolvieren. Damit hatte ich eigentlich nicht gerechnet. Aber was solls. Der Test war wirklich machbar. Bei einigen englischen Fachwörtern musste ich sie um die Übersetzung bitten. Aber schlussendlich ist mir kein Fehler unterlaufen. Zum Glück! Danach haben wir meine Tauchausrüstung gerichtet. Man brauch wirklich einiges. Neoprenanzug, Flossen, die Weste mit den tausend Schläuchen, die Taucherbrille und die Gasflasche. In der Flasche ist übrigens normale Luft enthalten, nicht nur Sauerstoff.

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Jetzt war auch schon Mittagspause bis um 12:45 Uhr. Ich war so müde. Am liebsten hätte ich mich wieder ins Bett gelegt. Stattdessen habe ich aber den Blog weitergeschrieben, bin etwas herumgelaufen und hab in der Lobby gechillt. Gegen 11:30 Uhr bin ich in eine super gut bewertetes Lokal zum Mittagessen gegangen. Es hat sich angehört, als wenn es für mich Himmel auf Erden wäre. Speziell für das „Vegetabowl“ waren, wie der Name schon sagt die „bowls“. Ich konnte mich nicht zwischen der Mexicanbowl und der Wellnessbowl entscheiden. Schlussendlich wurde es die Welnessbowl, da die Zutaten einfach außergewöhnlicher waren. Die Bowl bestand aus braunem Reis, Süßkartoffeln, Kürbis, Hummus, Karotten, rote Beete, Rotkraut, Sprossen, Sesam, Gojibeeren, einem Erdnuss-Limetten Dressing und bestimmt noch einiges mehr. So gut!

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Danach bin ich bald auch schon wieder zum Treffpunkt gelaufen. Dort wurde es dann ernst. Gleich sind wir auf das kleine Longtailboot zum großen Boot etwas weiter draußen gefahren. Ich hatte die Tauchlehrein ganz für mich alleine. Das war super gut. 2 Personen hatten ihren Tauchschein schon. Und die anderen 4 Jugendlichen machen den Tauchschein.
Mit dem großen Boot sind wir zum Mango Bay in den Norden der Insel gefahren. Im Süden der Insel soll das Wasser zu unruhig gewesen sein. Als wir dann angekommen sind ging es auch wirklich los. Jetzt war ich um ehrlich zu sein wirklich etwas nervös. Man hört ja einiges, von Ohrenschmerzen bis hin zu Panikattacken. Aber gut. Als ich dann meinen Anzug und das restliche Equipment angezogen hatte, hat sie mir kurz erklärt wie man richtig ins Wasser springt. Und schwups, ein Schritt und wir waren im Meer. Natürlich konnte ich nichts filmen oder fotografieren. Das ärgert mich immer noch. Aber manchmal ist es auch besser, einfach weg von dem Gedanken zu sein, alles fotografieren zu müssen. Wenn man taucht ist man wie in einer eigenen Welt. Das kann man ohne Kamera viel mehr genießen.
Zu Beginn ging es erst einmal etwas näher an Land, um ein Paar Übungen zu machen. Unter Wasser musste ich zum Beispiel das Mundstück rein und rausnehmen können, Wasser in meine Maske laufen lassen, mein Mundstück wegwerfen und wiederfinden und ein Paar Zeichen befolgen. Und das war auch schon alles.
Zu Beginn war es wirklich schwer neutral im Wasser zu schwimmen und nicht an der Oberfläche oder am Boden zu schwimmen. Auch das mit dem Druckausgleich habe ich total unterschätzt. Ich hatte zu Beginn wirklich Probleme, den Druck aus meinen Ohren loszuwerden. Gähnen unter Wasser geht ja schlecht. Manchmal tat es echt so weh, dass ich gedacht habe mein Trommelfell platzt gleich. Aber irgendwann ging es immer besser. Anfangs habe ich auch öfters Mal Wasser in die Maske bekommen. Aber auch das haben wir in den Griff bekommen. Und ab da, konnte ich die Unterwasserwelt wirklich genießen. Es war wunderschön mit den Fischen zu schwimmen und ein Teil der Unterwasserwelt zu sein. Ich habe so viele coole und besondere Tiere entdecken können. Vor allem aber die riesigen Muscheln, die sich öffnen und schließen, haben mich beeindruckt. Auch die Korallen haben mich überrascht. Ich wusste gar nicht das eine Art nur bunt ist, wenn man weiter weg bleibt. Wenn man zu Nahe kommt, zucken sie zusammen. Echt Lebewesen! Manche Fische hat man auch erst beim genaueren Hinschauen entdecken können. Die tarnen sich wirklich extrem gut in den Korallen. Wirkich faszinierend. Es war einfach toll und ein unbeschreiblich einzigartiges Erlebnis. Überraschenderweise war ich auch super ruhig unter Wasser und habe extrem wenig Luft verbraucht.

Nach einiger Zeit aber habe ich gemerkt, dass es jetzt genug ist. Die Luft aus dem Tank ist wirklich extrem trocken. Außerdem habe ich angefangen zu frieren. Die Lehrerin wollte eigentlich noch tiefer gehen. Mir war es einfach genug. Ich wollte an die Oberfläche. Als ich wieder auf dem Boot war, habe ich erst einmal gemerkt, wie lange ich unter Wasser war. Die anderen waren alle schon lange wieder zurück auf dem Boot. Ich war insgesamt 52 Minuten bis zu 10 Metern unter Wasser. Verrückt! Vielleicht waren es aber ein paar Minuten zu viel. Ihr könnt euch nicht vorstellen wie krass ich gezittert habe. Sowas habe ich noch nie erlebt. Ich weiß nicht, ob mir einfach kalt war, oder ob es noch ein bisschen die Aufregung war. Auf jeden Fall hab ich am ganzen Körper abnormal gezittert. Sogar meine Zähne haben einfach nicht aufgehört zu klappern. Ich konnte nicht einmal mehr stehen, so zittrig waren meine Beine. Dass sich die Sonne heute fast nicht Blicken hat lassen, hat die Situation auch nicht verbessert. Es war einfach bewölkt, windig und ich saß da im nassen Neoprenanzug. Die anderen haben gar nichts gemerkt. Mein Lebensretter war dann der Tee, den wir kostenlos auf dem Boot bekommen haben. Ansonsten hätte ich das gar nicht ausgehalten.

Die Anderen sind dann gleich zum zweiten Tauchgang übergegangen. Ich habe diesen dann sein lassen. Es war wirklich cool, aber einmal Tauchen hat mir gereicht. Außerdem hatte ich in dem Zustand auch einfach nicht die Motivation noch einmal so lange unter Wasser zu sein. Deshalb habe ich mich mit meiner Lehrerin auf das Dach gesetzt. Wir haben uns über die Dinge unterhalten, die wir im Meer gesehen haben, über das Tauchen allgemein, ihren Job, meine Reise, und und und. Wir haben also so lange gewartet, bis die anderen aus dem Wasser kamen. Ich wollte einfach nur ganz schnell ins Hostel und unter die heiße Dusche. Mir wurde einfach nicht wärmer auf diesem Boot. Und als wir zurückgefahren sind kam auch noch der Fahrtwind dazu. Brrrrr.. ich hab mich noch nie so durchgefroren erlebt. Im Nachhinein weiß ich gar nicht wieso das so krass war.

Als wir dann endlich an Land waren, habe ich noch eine Bescheinigung für meinen Tauchkurs bekommen. Danach bin ich aber auch wirklich so schnell wie es geht unter die Dusche. Ich will gar nicht wissen, wie lange ich unter kochend heißem Wasser stand. Das tat gut. Aber als ich wieder im super stark klimatisiertem Zimmer lag, musste ich mir erst mal einen dicken Pulli, eine Jogginghose und die dicksten Socken anziehen, die ich dabei habe. Da lag ich dann, total eingepackt unter der Decke. Mir wurde nicht warm. Aber später hab ich dann einfach mega angefangen zu glühen. Ich hatte schon Angst Fiber zu bekommen. So ein Dreck. Kurze Zeit später kam dann auch Tatjana von ihrem Tauchtag. Bei ihr ging es heute mit Übungen im Pool los. Sie macht nämlich den Tauchschein. Da geht das alles Schritt für Schritt. Aber auch sie hat sich nicht so hundert Prozent gefühlt. Sie meinte auch, das sie sehr gefroren hat. Aber bei mir war das noch ne gewaltige Stufe schlimmer.

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Nachdem sie dann auch fertig war und ich meinen Backpack schon einmal gepackt habe, sind wir zum Abendessen. Wir hatten beide so einen großen Hunger. Das könnt ihr euch nicht vorstellen. Wirklich nicht! Tauchen ist echt anstrengend. Danach ist man einfach k.o. Für mich hab es wieder Green Curry. Ich liebe es einfach. Dazu einen frischen Ingwer-Limetten Tee. Genau das habe ich jetzt gebraucht. Für sie gab es wieder das Masaman Curry und auch einen Ingwer Tee. Super gut! Das war das beste, was wir in unserem Zustand hätten zu uns nehmen können. Auf einmal hat es aber so angefangen zu regnen, dass die Bedienungen damit beschäftigt waren, das Lokal vor einer Überschwemmung zu bewahren. Wie mein Monsun! Wirklich krass, wie es auf einmal geschüttet hat. Übertrieben! Das ging aber schnell wieder vorbei.
Tatjana hat sich noch ein Nachtisch bestellt. Ich glaube das war sowas ähnliches wie gebackene Banane. Ich musste mir noch mal Reis nachbestellen. Es ist einfach immer zu viel Curry übrig.

Anschließend wollte ich einfach nur ins Bett. Eigentlich habe ich mir meinen letzten Abend hier etwas anders vorgestellt. Der Abend zuvor war einfach genial. Aber ich hab mich wirklich schlecht gefühlt. So ein Mist. Deshalb bin ich auch zurück, habe noch geskyped und bin dann auch schon schlafen gegangen. Ich hoffe einfach nur, dass es mir morgen besser geht. Das darf doch wirklich nicht wahr sein, dass ich mich jetzt so erkältet habe und mir einfach alles weh tut. Bitte lass morgen alles gut sein!

 

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