Great Barrier Reef

Tag 96 – Cairns

Und wieder einmal ging es früh aus dem Bett. Um 6:45 Uhr habe ich mir den Wecker gestellt. Aber natürlich war ich schon früher wach. Irgendwie waren schon einige im Hostel auf den Beinen. Da hatte ich noch Schiss, meine Tour für heute zu verpassen. Die Uhrzeit in Alice Springs und Cairns unterscheidet sich ja um eine halbe Stunde. Da kann das ja schonmal passieren. Aber so war es nicht. Gestern Abend habe ich schon meinen Daypack für heute zusammengepackt. Somit musste ich mich nur noch um mich selbst kümmern. In der Küche habe ich noch eine Kleinigkeit zum Frühstück gegessen. Dann ging es aber auch schon los zum Hafen.

Great Barrier Reef! Das stand heute auf den Plan. Ich denke wenn man ein Korallenriff kennt, dann dieses. Es ist mit Abstand das Größte auf der Welt. Wie lange das aber noch erhalten bleibt, weiß man nicht. Schon mehr als 50% des Riffs ist durch die Erderwärmung bzw. den Klimawandel abgestorben. Einfach nur traurig! Das habe ich schon bei meinen Schnorchel- und Tauchtrips zu spüren bekommen. Aber dagegen kann man nichts machen. Um aber dennoch noch die Schönheit der Unterwasserwelt mitzubekommen habe ich mich für einen Bootstrip zum Outer Reef entschieden. Das Riff wird nämlich unterteilt ins das innere, das mittlere und das äußere Riff. Je näher die Korallenwelt am Land ist, desto niedriger ist das Wasser und desto wärmer ist es auch. Das bedeutet, dass das Riff dort noch am wenigsten erhalten ist und einfach schneller abstirbt. Am Riff weit draußen, sollte es noch einige schöne Spots geben. Dennoch hatte ich ein wenig Angst, enttäuscht zu werden. Ich meine es ist das Great Barrier Reef. Da hat man schon einige Erwartungen.

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Um 8.00 Uhr mussten wir am C- Finger des Hafens stehen. Dort konnten wir dann alle auf das Boot steigen. Jeder von uns hat eine Sicherheitsnummer bekommen und musste einen Fragebogen ausfüllen. Wenn man zum Beispiel Diabetes oder Asthma hat, ist es nicht so ungefährlich Tauchen zu gehen. Nachdem auch das geschafft war haben wir unser Equipment bekommen. Jeder musste einen langen, schwarzen, Ganzkörperanzug tragen. Sogar die Hände und den Kopf konnte man vollständig bedecken. Das dient einfach der Sicherheit. Man weiß nie, ob gerade gefährliche Quallen rum sind oder nicht. Ansonsten gab es natürlich noch Flossen und eine Schnorchelmaske. Dann hieß es warten bis jeder soweit war. Heute waren wir nur knapp 56 Personen. Das ist eine super kleine Gruppe im Vergleich zu anderen Tagen. Normalerweise sind bis zu 124 Personen an Bord. Das war mir so aber auf jeden Fall lieber. Gleich zu Beginn habe ich mich auch mit einer Engländerin und einer Niederländerin angefreundet. Mit denen habe ich so gut wie den ganzen Tag verbracht. Auch mit einem Deutschen aus Berlin habe ich mich super verstanden.

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Ganz zu Beginn haben wir es uns erstmal mit einem Tee oder Kaffe gemütlich gemacht. Naja, gemütlich war es nicht gerade. Es war arsch kalt im Boot. Die Klimaanlage lief auf Hochtouren. Aber zum Glück hatte ich eine Jacke dabei. Irgendwann ging es dann ans „Breathing“. Da geht die Crew einfach die wichtigsten Regeln durch. Das wurde aber nicht auf die langweilige Art und Weise gemacht. Ein super lustiges Musikvideo bzw. einen Song wurde extra dafür angefertigt, um uns gut zu unterhalten. Das gibt es auch nur bei dieser Company. Danach war auch schon alles geschafft. Ca. 1,5 Stunden sind wir ins offene Meer gefahren. Echt lange, wenn man bedenkt, dass ich in einer Stunde von Singapur nach Bintan oder in 40 Minuten von Bali nach Nusa Lembongan gefahren bin. Naja! Ich hatte ja wenigstens gute Gesprächspartner.

Bevor es dann ins Wasser ging, gab es nochmal eine kleine Einführung. Ein Koreaner musste dieses Breathing zum ersten mal erledigen. Ohnman war das lustig. Wir haben uns alle nichtmehr gekriegt. Dennoch hat es sich in die Länge gezogen. Allerdings waren schon einige wichtige Aspekte dabei. Was man im Great Barrier Reef alles sehen kann, hat er uns auch noch einmal erläutert. Aber dann durften wir auch endlich ins Wasser. Wir waren so weit weg vom Land. Man hat nichts außer Meer gesehen. Deshalb dachte ich , dass das Wasser bestimmt mega kalt und tief sein wird. Aber das war es nicht. Es war erstaunlicherweise extrem warm. Da kann man schon verstehen, dass das die Korallen nicht so gerne haben. Aber ich habe mich in dem Moment eher gefreut nicht frieren zu müssen. Und dann ging es auch wirklich unter Wasser.

Man kam sich wieder vor wie in einer anderen Welt. Noch nie habe ich so viele verschiedene Fische, Muscheln und Korallen gesehen. Das Riff ist so weitläufig. Einfach riesig! Ob ganz kleine Fischschwärme oder riesige Einzelgänger. Man hat echt alles finden können. Die meisten Sorten habe ich noch nie zuvor in meinem Leben gesehen. Ob gelb-schwarz gepunktet, neon blau- pink oder silber. Ob klein, groß, rund, länglich, dick oder dünn. Man hat echt alles gesehen. Und wie viele! Gigantisch. Da waren die Riffe in Asien Nichts dagegen. Auch eine riesige, wirklich riesige Muschel habe ich entdeckt. Wahnsinnig! Wie ich allerdings schon erwartet habe, war das Riff nicht so bunt, wie man es sich vielleicht vorstellt oder es von Bildern oder Nemo kennt. Von oben erscheint das Gebiet meistens in einem eintönigen braun – grau Ton. Nur vereinzelt sieht man die wunderschönen Korallen in lila, orange, weiß, blau oder pink. Das sind meistens auch die Orte, an denen sich die kleinen Fische verstecken. Nemo habe ich leider nicht entdeckt. Viele andere allerdings schon! Die Scuba Diver haben es dann doch etwas einfacher, bis ganz nach unten zu kommen und sich die Korallen näher anzuschauen. Auch auf Schildkrötensuche bin ich gegangen. Das sind eigentlich meine Lieblingstiere unter Wasser. Auf den Gili Inseln war ich so begeistert von ihnen. Hier konnte ich aber leider auch keine entdecken. Die Anderen auch nicht.

Nach diesem Tauchgang ging es wieder an Bord. Kurze Zeit später gab es dann auch schon Mittagessen. Ein kleines, kaltes Buffet wurde für uns aufgebaut. Das war für die Personenanzahl allerdings etwas klein. So wie sich die Männer aber manchmal die Teller vollgeschaufelt haben war das auch kein Wunder. Es gab auf jeden Fall Krautsalat, Kartoffel- Joghurt Salat, Nudelsalat mit Oliven, einen Süßkartoffel Antipasti Salat, normalen grünen Salat, Brot, Wurst, Salami und Chicken- Wings. Nudelsuppe konnte man auch noch haben. Auf jeden Fall hat es echt gut geschmeckt. Wir waren danach auch relativ satt.

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Als wir den Teller dann gerade so leer hatten, hat das Boot auch schon für den nächsten Tauchspot angehalten. Das ging etwas schnell. Aber gut! Wir haben uns dann wieder unsere Tauchanzüge angezogen und sind ins Wasser. Der Spot war wieder ganz anders. Schon vor dem Boot sind extrem viele große Fische auf uns zugekommen. Ich hätte nie gedacht, dass die so nahe an die Menschen rankommen. Etwas tiefer unten bei den Tauchern war dann auch ein gigantisch großer Fisch! Der war super zutraulich und hat sich sogar streicheln lassen. Da gibt es echt Unterschiede. Normalerweise hauen die Fische ja alle immer sofort ab, wenn man ihnen zu Nahe kommt.
Als ich weiter geschwommen bin, habe ich einen kleinen Hai entdecken können. Ich denk zumindest, dass das einer war. Er war zwar nicht groß. Dennoch war er flach, schwarz-blau-grau und hatte eine typischen Flosse oben auf dem Rücken. Das muss einer gewesen sein. Auch eine Art Rochen konnte ich vorbeihuschen sehen. Dennoch war kein Nemo und keine Schildkröte in Sicht. Trotzdem wunderschön!
Der Berliner hat seine Kamera am Schluss ausversehen unters Boot treiben lassen. Die ist aber zum Glück an der Oberfläche geschwommen. So konnte er, so gruselig es auch war, unters Boot schwimmen und die Kamera retten. Ich habe versucht einige Aufnahmen mit der GoPro zu machen. Das werde ich dann zu Hause sehen, wie die so geworden sind.

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Zurück auf dem Boot ging es auch schon wieder Richtung Cairns zurück. Bei der Rückfahrt habe ich auf noch zufälligerweise erfahren, dass die Niederländerin einen Tag vorher in den gleichen Ort und das gleiche Hostel weiterreisen wird. Vielleicht werden wir uns ja da wieder treffen. Echt ein Zufall! Die restliche Zeit haben wir uns einfach auf das Deck des Schiffes gelegt und entspannt. Wir hatten so ein Glück mit dem Wetter. Wie gesagt ist hier ja gerade Regenzeit. Draußen auf dem Meer hatten wir aber wirklich Sonne, blauer Himmel und einige Wolken. Gegen Ende hat es dann nur ganz schön angefangen zu stürmen. Je näher wir an Cairns gekommen sind, haben auch die Wolken weiter zugenommen. Schlussendlich war es dann nur noch grau und regnerisch. Wir konnten uns echt glücklich schätzen.

Um 16:30 Uhr sind wir drei zusammen vom Hafen zurück ins Hostel gelaufen. Schade, dass die nicht im Gilligans sind. Dafür haben wir uns gleich noch auf Facebook geaddet. Im Hostel angekommen wollte ich dann nur ganz schnell unter die Dusche. Meine Haare haben sich angefühlt wie Stroh. Die sind so ausgetrocknet von der Hitze und dem Salzwasser. Danach musste ich mich auch noch um einige andere organisatorischen Dinge kümmern. Aber das konnte ich schnell erledigen. Jetzt war auch schon wieder nach 18:00 Uhr und Zeit um sich etwas zum Essen zu machen. Ich konnte dort gut noch den Rest von gestern aufbrauchen. Und schon gab es wieder den nächsten Zufall! Die zwei Schwedinnen vom Flughafen gestern haben sich zu mir gesetzt. Die haben heute auch eine Schnorcheltour gemacht. Eine hat anscheinend sogar einen großen Hai und eine Schildkröte gesehen. Als wir dann über morgen geredet haben, ist uns aufgefallen, dass wir beide die gleiche Tour gebucht haben. Super cool! So machen wir hier ja doch noch was zusammen.

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Was mich auch schon seit längerem plagt, ist die Wäsche. Ihr wollt nicht wissen, wann ich zum letzten Mal gewaschen habe. Das war noch vor Singapur. Also eine Ewigkeit her. Ich bin ja schon ganz froh, dass ich nicht so jemand bin, der an einem Tag zwei T- Shirts durchschwitzt und sie dann nicht mehr anziehen kann. Trotzdem wurde es mal wieder Zeit. Die nächsten Tage werde ich nämlich wieder nicht die Zeit dafür finden. Das gestaltet sich immer etwas schwer, wenn man nicht so lange an einem Ort ist. Das Problem in Australien ist nur, dass man seine Wäsche selber waschen muss. Das ist nicht so wie in Asien, dass man seine Wäsche frisch gewaschen und zusammengelegt wieder bekommt. Blöd nur, dass ich noch die selber Wäsche gewaschen habe. Ich wollte mich wirklich wieder drücken. Aber nein! Es musste gemacht werden. Unten bei der Laundry habe ich mir erstmal die Anleitung angeschaut. Ich hatte nämlich wirklich keine Lust, dass ich nachher nur noch eingelaufene Klamotten habe. Dann wäre ich leicht aufgeschmissen. Aber das Risiko musste ich jetzt mal eingehen. Einfach nicht zu heiß war mein Plan. Also habe ich mir Waschmittel gekauft, meine Wäsche gewaschen und danach in den Trockner geschmissen. Und Voila! Ich glaube meine Klamotten waren noch nie so weich. Ich war echt ein bisschen stolz auf mich.

Im Zimmer konnte ich dann noch mit meiner Mami und meiner Omi Skypen. Einen Blog habe ich auch noch geschafft hochzustellen. Und auch den Rucksack für morgen habe ich wieder gepackt. Mir wird es also echt nicht langweilig. Aufstehen muss ich morgen auch wieder früh. Also ging es für mich schlafen. Die Jungs waren auch echt lieb im Zimmer. Normalerweise muss man halt so lange im hellen Schlafen, bis alle im Bett liegen. Die haben aber von sich aus aus Rücksicht das Licht ausgemacht. So musste der Schlaf ja gut werden.

 

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