Todesangst

Tag 98 – Magnetic Island

Todesangst! Am ganzen Körper habe ich gezittert. Ich dachte wirklich, dass ich heute nichtmehr heil in Magnetic Island ankommen werde. Gegen das Wetter und die Kräfte der Natur ist man machtlos. Und das habe ich heute auch wieder gemerkt. Aber jetzt fangen wir mal von vorne an.

Heute morgen bin ich schon wieder früh aufgestanden. Um 6:15 Uhr hat mein Wecker geklingelt. Ich habe mich immer noch super aufgeregt wegen des Adapters. Am liebsten hätte ich alle wach gerüttelt. Aber so fies bin ich dann doch nicht. Im Zimmer habe ich mich schnell gerichtet und den Backpack im Dunkeln versucht fertig zu packen. Frühstücken wollte ich heute im Bus. So ist die Zeit etwas schneller rumgegangen. Wie üblich war ich allerdings wieder zu früh fertig. So konnte ich noch ein bisschen im Bett chillen, bevor es runter an die Rezeption zum Auschecken ging.

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Um 7:15 Uhr ging es dann los Richtung Hafen. Dort sollte die Busstation vom Greyhound sein. Zum Glück ist mein Bus genau zu diesem Zeitpunkt eingetroffen. Da wusste ich dann auch wo ich hin muss. Auch dort ging das Einchecken wie geschmiert. Jetzt hatte ich aber wieder eine halbe Stunde Zeit zum Warten. Anstatt nur auf der Bank zu warten habe ich mich entschlossen noch einmal an die Strandpromenade zu gehen. Das Wetter sah wieder nicht toll aus. Eigentlich nur grau! Allerdings war es zu diesem Zeitpunkt noch trocken. Vorhergesagt wurde allerdings starker Regen. Deshalb wurde anscheinend auch die Tour in den Regenwald heute abgesagt. Was das Schnorcheln angeht weiß ich nicht, ob das durchgezogen wird. Ich hatte auf jeden Fall mehr als Glück bei meinem Tauchtrip! Dafür kann ich echt dankbar sein. Aber jetzt hoffen wir mal, dass das Wetter die nächste Zeit mehr mitspielt.

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Um 8:15 Uhr sind wir dann von Cairns gestartet. Im Bus konnte ich mich super gut verweilen. Das WLAN ging sogar recht gut. Sogar einige YouTube Videos konnte ich anschauen. Das hat mir wirklich gefehlt. Auch einen gemütlichen Fernseh- bzw. Filmeabend vermisse ich sehr. Das wird dann zu Hause umgesetzt. Auf jeden Fall hat es mich echt gefreut, dass ich mich so während der Busfahrt unterhalten konnte. Auch für einen bzw. fast zwei Blogbeiträge habe ich Zeit gefunden. Jetzt hänge ich gar nicht mehr all zu weit hinterher. Hochladen ging allerdings nicht. Dafür hat das Internet dann doch nicht ausgereicht.

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Das Wetter hat schon nach einigen Minuten nach Abfahrt nicht mehr mitgespielt. Es hat wieder geregnet was runter kam. Das es überhaupt so heftig und pausenlos regnen kann, kann man sich gar nicht vorstellen. Cairns und Umgebung war überschwemmt. Die Felder standen im Wasser. Die Flüsse hab ich noch nie wilder erlebt. Die Straßen waren großteils einfach nur überflutet. Wir sind oftmals nur im Schneckentempo gefahren, weil es einfach zu gefährlich war. Es wollte nur wollte nicht aufhören. Als wir einen kurzen Stop eingelegt hatten, sind wir nur so schnell wie es ging in den Shop gerannt. Trotzdem waren wir von oben bis unten komplett nass. Ich weiß gar nicht wie ich euch übermitteln kann, dass es so heftig war.

Überraschenderweise sind wir aber pünktlich um 14:30 Uhr in Townsville angekommen. In Townsville bleibt aber so gut wie keiner. Die Bushaltestelle ist direkt vor dem Fährenterminal. Jeder hier geht direkt mach Magnetic Island. Das ist eine Insel ca. 20 – 30 Minuten entfernt von Townville. Das nächste Boot fuhr allerdings erst um 15:30 Uhr wenn ich mich richtig erinnere. Deshalb hieß es auch hier erstmal warten. Hunger hatte ich auch schon wie ab. Bisher gab es ja nur eine Banane und zwei Äpfel im Bus. Das ist der Nachteil wenn man so lange mit dem Bus fährt und nur an extrem überteuerten Restaurants bzw. Tankstellen vorbei fährt. Aber im Hostel sollte ich ja dann was bekommen.

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Schließlich hieß es einsteigen. Ich habe mir gar nichts dabei gedacht. Mit so vielen Booten, Schiffen und Fähren bin ich während meiner Reise gefahren. Da wird die ja jetzt auch kein Problem sein. Das dachte ich zumindest. Bevor wir losgefahren sind hieß es erstmal, dass jeder auf seinem Sitz bleiben soll, da die See etwas rau ist. Etwas rau? Das war wohl ein Scherz. Schon kurz nachdem wir losgefahren sind, war der Wellengang eine Katastrophe. Unser Boot hat so stark geschwankt wie es nur ging. Ich musste mich wirklich an den Sitz festkrallen, um nicht von ihm zu fallen. Zu diesem Moment fanden es die meisten noch witzig. Eine ganze Schulklasse war auch auf dem Boot. Dann wurde es aber immer schlimmer und schlimmer. Ich hatte das Gefühl, dass das Boot einfach nicht gegen die Wellen ankommt. Es hat gescheppert und geknallt! Ich kam mir vor wie in einer Achterbahn. Ich kann gar nicht beschreiben, wie schlimm es war. Man hat nichts mehr gesehen. Das Wasser ist an den gesamten Fenstern bis nach oben geschossen. Nur noch weiß konnte man sehen. Zu Beginn dachte ich nur, dass wir schon irgendwie heil ankommen werden. Irgendwann habe ich aber wirklich die Nerven verloren. Ich hatte so eine verdammte Angst! Das Wasser bzw. Schiffsfahrten waren mir noch nie geheuer. Das war definitiv zu viel für mich. In dem Moment dachte ich ernsthaft, dass es das Boot nicht heil zur Insel schafft. In meinem Kopf hatte das Boot schon ein Leck. Am ganzen Körper habe ich gezittert. Deshalb musste ich einfach zu Hause anrufen! Ich kam mir vor wie bei 9/11, wo jeder nochmal versucht seine Familie zu erreichen. Ich hatte einfach solch eine Angst!

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Nach einiger Zeit haben wir es aber doch geschafft! Ich war völlig durch den Wind. Zittrig wie sonst was bin ich vom Boot gestiegen. Der Wind hat mich fast weggeblasen. Am Fährenterminal hat auch schon der Bus gewartet, der mich ins Hostel bringen sollte. Auf der Insel gibt es eigentlich nur zwei Hostels. Somit sind wirklich viele in das gleiche Hostel wie ich gegangen. Das „Base“ ist super beliebt und hat einen extrem guten Ruf. Dort angekommen wurden wir gleich von extrem crazy verkleideten Männern begrüßt. Scheint ein Partyhostel zu sein. Aber gut. Ich konnte erstmal einchecken. Im Regen durfte ich dann erstmal in mein kleines Bungalow rennen. Das ist hier wirklich cool! Das Hostel gleicht eher einem Resort. Ich glaube ich habe echt noch nie ein so cooles Hostel gesehen. Eigenes Restaurant, direkt am Meer, cooler Pool, mega Aufmachung und einfach ein cooles Konzept. Jeder bekommt sogar ein Gutschein für ein Dinner über 10 Dollar, ein Frühstück für 8 Dollar und ein Willkommensgetränk. Das ist schon echt cool. Von den Bungalows und dem ganzen drum herum konnte ich durch den Regen aber einfach nicht viel davon sehen. Meine Laune war ist eh noch total im Eimer. Ich konnte einfach nichts positiv sehen, geschweige denn genießen.
Im Zimmer bin ich aber nicht lange geblieben. Ich hatte Hunger! Kochen konnte ich mir selber nicht wirklich was. Alles was ich noch hatte war Reis. Deshalb bin ich wieder vor zum Hauptgebäude. Dort konnte ich mich erstmal ins WLAN einloggen, meine Familie beruhigen und abchecken was es so auf der Insel zu sehen gibt. Auch das Menu vom Restaurant konnte ich mir mal ansehen. Wirklich gut Sachen gab es zu Auswahl. Heute gab es sogar ein Curry! Das habe ich mir dann bestellt. Es war zwar nichtmal halb so gut wie die asiatischen Currys. Dennoch hat es super geschmeckt. Hunger hatte ich aber immer noch. Die Portionen sind jetzt nicht so groß ausgefallen. Deshalb habe ich mich, nachdem ich mich mit ein Paar Mädels aus Norwegen unterhalten habe, nochmal auf in die Küche gemacht um doch noch ein bisschen was zu kochen. So wurde ich wenigstens mehr als satt!

Anschließend bin ich aber auch ins Zimmer! Ich wollte einfach nur früh ins Bett, auch wenn hier Abends voll der Punk abgeht. Darauf hatte ich einfach keine Lust. In meinem Zimmer sind übrigens wieder nur Jungs. Ich weiß nicht, wieso ich immer diese Zimmer abbekomme. Aber halb so wild! Solange die mir nicht auch was klauen ist alles gut! Ich hoffe jetzt einfach nur so sehr, dass sich das Wetter bessert. Aber egal wie es wird! Ändern kann ich es nicht!

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