Glück im Unglück

Tag 100 – Airlie Beach

Tag 100! Eine krasse Zahl! Ganze 100 Tage bin ich schon auf Reisen. Irgendwie kann man das gar nicht realisieren. Jeden Tag passiert etwas Neues! Ich bin wirklich froh, bisher alles festgehalten zu haben. Wenn mich nämlich jetzt jemand fragen würde, was ich an Tag 37 erlebt habe, hätte ich keine Ahnung. Mir fällt ja schon schwer zu sagen, was ich vor 5 Tagen so gemacht habe. Das Zeitgefühl hier existiert bei mir nicht. Was heute für ein Datum ist? Keine Ahnung! Was heute für ein Wochentag ist? Keine Ahnung! Das spielt hier so gut wie keine Rolle. In jeden Tag lebt man einfach so hinein. So ganz ist es aber auch nicht der Fall! Da ich nur eine begrenzte Zeit in Australien bin, muss ich mich schon an meinen Plan halten. Ansonsten komme ich definitiv nicht pünktlich in Sydney an. Manchmal wünschte ich mir einfach, so lange an einem Ort zu bleiben wie ich will. Das dachte ich eigentlich vor meiner Reise. Das tun, wonach ich mich gerade Fühle. Aber so ist es gerade nicht. Im Moment wünsche ich mir einfach etwas länger an einem Ort zu bleiben und mich auszuruhen. Die letzte Zeit war wieder super stressig. Aber so wird es noch einige Zeit weiter gehen. Damit habe ich gerade etwas Mühe. Es ist nicht so, dass ich keine Lust mehr habe zu Reisen. Aber meine Vorfreude auf die kommenden Erlebnisse schrumpft immer mehr. Es ist irgendwie schwer, jeden Moment zu genießen. Gerade gäbe es für mich nichts schöneres als auf dem Sofa unter einer kuschligen Decke zu liegen, Tee zu trinken, etwas zu Essen und einen Film anzuschauen. Irgendwie verrückt, dass ich das mir mal mehr wünsche, als jede Sehenswürdigkeit anzuschauen. Außerdem regt mich das Internet hier super auf. Fast jeder hier besitzt eine Flat. Ich nicht! Das WLAN hier ist quasi gar nicht existent. Ich kann keine Unterkunft buchen, mich nicht informieren, nichts planen, keinen Blog online stellen, keine Videos anschauen und gerade so ein Paar Instagram Bilder anschauen. Arghhh! Aber daran kann ich gerade nichts ändern. Ich versuche einfach, das beste aus allem zu machen.

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Heute morgen musste ich schon wieder auschecken. Davor hatte ich noch Zeit, um mich fertig zu machen, meine Sachen zu packen und zu Frühstücken. Ich hab mich dezent gewundert, als heute morgen anstatt 6 Personen auf einmal 8 Personen im Zimmer waren. Die haben hier wohl alle geschlafen. Ich glaube die Party gestern war nicht ganz ohne. Das hat mich aber wenig interessiert. An der Rezeption konnte ich auschecken und mein Gepäck verstauen. Die Mitarbeiter hier finde ich echt mega unfreundlich. Hilfsbereit ist auf jeden Fall was anderes. Jetzt hieß es aber wieder warten. Mein Greyhound Bus in Townsville ging um 14:30 Uhr. Deshalb wollte ich den Bus um 13:03 Uhr vom Hostel aus Richtung Fähre nehmen. Die sollte dann, wenn alles gut läuft, um 14 Uhr in Townsville ankommen. Das habe ich auf jeden Fall gehofft.

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Mehr als 3 Stunden auf den Bus warten hatte ich aber auch keine Lust. Deshalb bin ich nochmal losmarschiert. Das Wetter sah heute wirklich wieder gut aus. Irgendwie hat mich das ja schon ein wenig genervt. Wenn das Wetter gestern schon so gewesen wäre, wäre die Sicht um einiges schöner gewesen. Aber ich will nicht meckern. Ich muss froh sein, dass überhaupt eine Besserung in Sicht war. Ich hab mich heute also zu Fuß auf den Weg Richtung Picnic Bay gemacht. Meine App hat mir dort einen Aussichtspunkt versprochen, der gar nicht weit weg vom Hostel sein sollte. Nach 6 Minuten hatte ich auch schon einen tollen Blick auf das Meer. Das war mir aber nicht genug! Ich wollte noch etwas weiter die Gegend erkundigen.

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Kurze Zeit später bin ich auf einen Tracking Pfad gekommen, der wirklich zum Picnic Bay geführt hat. Naja, ich habe mir vielleicht nicht den besten Weg ausgesucht. Ich dachte zumindest, dass das ein offizieller Weg zum Strand sein soll. Das war es aber offensichtlich nicht. Auf einmal war ich mitten im Mangrovenwald. Den Strand konnte ich aber schon erahnen. Deshalb bin ich nicht umgekehrt. Trotzdem war es ein wenig gruselig. Es war auch dezent schwer über den matschigen und nassen Boden zu gehen. Schlussendlich habe ich es aber zum Strand geschafft. Aber auch hier musste ich erst noch einen Wassergraben überqueren. Irgendwie hatte ich ein mulmiges Gefühl, wenn man genau weiß, was sich in Australien für Tiere rumtreiben. Überall wo man langgeht könnte einem eine Schlange oder sogar ein Krokodil über den Weg laufen. Aussehen tut aber alles ganz unschuldig.

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Der Strand war komplett leer. Ich habe mich aber auch nicht länger hier aufgehalten. Meine Aussichtspunkte wollte ich immer noch sehen. Und schließlich habe ich auch den Wanderweg gefunden, der zu den Lookouts führen sollte. 1 Stunde sollte der gehen. Ich hatte schon Angst nicht mehr rechtzeitig zum Hostel zu kommen. Aber das war machbar. Der Weg war gar nicht so ohne bei der Hitze. Wenn man zu einem Aussichtspunkt will, ist es üblich, dass die Wege steil nach oben gehen. Als ich aber oben angekommen bin, war ich wirklich happy. Es hat sich gelohnt! Heute konnte ich die schöne Aussicht über die einsamen Strände, das Meer und die grüne Landschaft genießen. Man konnte ja sogar was davon sehen. Das Meer hatte auch einen super Farbkontrast von hellem und dunklem Blau. So konnte man sogar das Great Barrier Reef erahnen. Wirklich ein toller Ausblick! So habe ich den Tag auch noch gut ausgenutzt. Ansonsten hätte er wieder nur aus Busfahren, Fähre fahren und wieder Bus fahren bestanden.

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Zurück am Hostel war ich auch mehr als pünktlich. Schon vor 12 Uhr bin ich angekommen. Ich war aber auch ganz schön durchgeschwitzt. Das Klima war wirklich tropisch. Man hat sich fast wie in einem Dampfbad gefühlt. Das kann man sich sicher vorstellen, wenn es die letzten Tage so krass geregnet hat und jetzt volle Kanne die Sonne scheint. Aber lieber so als wieder nur Regen!
Bis der Bus kam habe ich eigentlich nichts spannendes mehr gemacht: Bilder angeschaut, das Handy gecheckt und mein Gepäck zusammengesucht. Dann ging’s auch schon raus an die Bushaltestelle und ab zum Hafen. Dort konnten wir uns auch gleich in das Boot begeben. Ich hatte schon ein ganz mulmiges Gefühl. Noch eine so krasse Bootsfahrt würde ich nicht überleben. Ich war einfach so froh, dass das Wetter etwas mitgespielt hat und der Wellengang so auch etwas ruhiger war. Außerdem habe ich mich mit ein paar Mädels oben ins Freie gesetzt. Den wurde es das letzte mal nämlich auch schlecht. Im Freien soll das ja besser gehen.

Die Mädels waren auch schon in meinem Greyhound nach Townsville. Und auch jetzt gehen wir zusammen nach Ailie Beach. Auf den Greyhound mussten wir noch ein bisschen warten. Aber auch der kam. Ich habe wirklich so Glück. Die ganzen Busse nach Cairns wurden abgesagt, da die Straßen gesperrt sind. Es ist alles überschwemmt! Nichts geht mehr. Mein Bus war der Letzte, der es von Cairns nach Townsville geschafft hat. Alle anderen musste umkehren oder wurden abgesagt. So schlimm! Ich habe auch einige getroffen, die deshalb jetzt ihre ganzen Touren, wie das Tauchen im Great Barrier Reef, verpassen. Viele nehmen sich jetzt auch direkt ein Flug! Ansonsten heißt es warten. Ich fahre glücklicherweise in die andere Richtung. Die meisten Backpacker fahren die Ostküste nach oben. Ich fahre runter Richtung Sydney. Das rettet mich gerade wirklich. Glück im Unglück würde ich das mal nennen.

Die Busfahrt ging wieder schnell vorbei. Das WLAN ging zwar nicht ganz so toll wie im letzten. Trotzdem konnte ich einige YouTube Viedeos anschauen, um mir die Zeit zu vertreiben. Einen Blogbeitrag habe ich auch angefangen zu schreiben. Außerdem ist der Weg von Townsville nach Airlie Beach nicht der Längste. Um 14:30 Uhr sind wir losgefahren. Um 19 Uhr waren wir schlussendlich in Airlie Beach. Insgesamt waren wir also nur 4,5 Stunden unterwegs. Zu Hause wäre das vielleicht eine lange Strecke. Hier ist es nichts! Außerdem gab es auch noch eine 45 minütige Pause. Keine Ahnung wieso wir so lange anhalten mussten. Aber gut.

Als hätten wir nicht mehr Pech haben können, hat es genau in dem Moment angefangen zu regnen, indem wir angekommen sind. Allerdings nur leicht. Trotzdem war es echt kalt für australische Verhältnisse. Etwas mehr als 15 Minuten musste ich noch mit dem ganzen Gepäck zum Hostel laufen. Dann war ich aber auch da, im Nomads! Das Einchecken ging problemlos. Als ich dann im Zimmer war, hat es direkt super stark angefangen zu schütten. Schon wieder Glück im Unglück! Ich hab mich dann aber doch nach draußen gewagt, um die Küche aufzusuchen. Einkaufen wollte ich nicht mehr gehen. Und alles was ich noch hatte war Reis, Haferflocken und Gewürze. Ein Festmahl! Ich hatte aber einfach noch nichts zum Abendessen. Irgendwas wollte ich mir noch machen. Der Snack in der Tankstelle hat dann doch nicht gereicht. In der Küche haben so viele Leute extrem aufwendige Gerichte gekocht. So viele Zutaten hatten die vor sich liegen! Süßkartoffeln, Kartoffeln, Reis, Avocado, Tomaten, Paprika, Kürbis, Zwiebeln, Feta, Gurke, Karottem, Putenfleisch, Brokkoli, und und und! Ich stand nur dezent neidisch neben dran. Aber bei mir mussten eben Reis und Porridge genügen. Das hat es dann auch! Ich glaube die 1 kg Reispackung schaffe ich innerhalb von 6 Tagen komplett leer. Hoppla!

Anschließend bin ich ins Zimmer um mein Zeug für die kommende Tour zu packen. Dort darf ich wieder nur ein kleines Gepäckstück mitnehmen. Allerdings haben mich zwei Jungs in meinem Zimmer dezent davon abgehalten. Beides waren Deutsche! Einer kommt sogar aus Singen. Ansonsten treffe ich eigentlich immer nur Deutsche aus dem Norden oder aus Mitteldeutschland. So war das echt mal cool! So war man irgendwie mehr auf einer Wellenlänge. Mit denen habe ich mich dann einfach etwas ausgetauscht. Es gibt immer Dinge die ich jemanden empfehlen kann oder die jemand mir empfehlen kann. Der Eine hat mich einfach eine Ewigkeit über meine Zeit in Asien ausgefragt. Meinen Dialekt fand der natürlich auch wieder ganz lustig. Das finde ich langsam sogar ein bisschen nervig. Aber verstellen will ich mich ja auch nicht. Irgendwann sind sie dann aber auch gegangen. Ich konnte somit dann doch noch mein Gepäck richten. WLAN hatte ich mal wieder nicht. Was für eine Überraschung. Eine Flat wäre vielleicht doch ganz gescheit gewesen. Damit komme ich jetzt aber auch etwas zu spät. Es war aber ohnehin schon spät genug um ins Bett zu gehen. Natürlich war der Rest wieder feiern. Aber erstens kenne ich hier noch niemand und zweitens muss ich morgen früh wieder los!

 

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