Surfing in Australia

Tag 112 – Byron Bay

Die ganze Nacht habe ich nicht wirklich geschlafen. Das ist glaube ich immer so bei mir wenn ich am nächsten Tag etwas vor habe. Vor allem wenn ich den Wecker so früh stellen muss habe ich immer Angst ihn nicht zu hören oder dass er erst gar nicht runter geht. Um 5:30 Uhr war ich dann aber schon auf den Beinen um mich fertig zu richten. Als ich ins Bad wollte war die Tür von der Küche aus zugeschlossen. Die Küche macht ja erst um 7 Uhr auf. Das hat mich so genervt. Wie sollte ich sonst ins Bad kommen. Irgendwann habe ich dann beim Hinterausgang eine Treppe nach unten gefunden. Die konnte ich dann glücklicherweise nutzen. Der Struggle ging aber weiter als ich fertig im Bad war.

Es hat so krass angefangen zu regnen. Kalt war es zudem auch noch. Einfach ekelhaft! Sieht man den Sonnenaufgang überhaupt wenn es so schlechtes Wetter ist. Ach ja, das Hostel bietet immer Freitags einen Sonnenaufgang Walk beim Leuchtturm an. Das soll anscheinend ganz toll sein. Nur nicht bei dem Wetter. Die drei Mädels in meinem Zimmer haben die Tour abgesagt. Ich war auch kurz davor. Ich war einfach müde und schlecht gelaunt vom Wetter. Der Typ an der Rezeption meinte dann aber, dass es sich auch so lohnen würde. Außerdem war ich ja jetzt eh schon wach und gerichtet. Irgendwie wollte ich das nicht um sonst getan haben. Zudem hatte ich immer noch ein wenig Hoffnung, dass der Regen bis dahin verschwindet.

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Mit dem Van sind wir um 6:00 Uhr zum Leuchtturm gefahren. Als wir angekommen sind hat es aufgehört zu regnen. Da kam die Hoffnung wieder durch. Man konnte sogar einige blaue Stellen am Himmel erkennen. „Vielleicht wird es ja doch besser als gedacht.“ Das habe ich zumindest für eine Sekunde gedacht. Von weitem hat man schon die nächste Regenfront kommen sehen. Und so war es auch. Wir saßen alle unter der kleinen geschützten Hütte und haben gewartet bis der Regen aufhört. Das hat es dann auch wieder. Der Leuchtturm an sich sah schon cool aus wie er da im Dunkeln geleuchtet hat. Sogar ein wildes Wallabie oder Kangoroo habe ich gesehen. Plötzlich stand es vor einem auf der Wiese und ist davon gehoppelt. Ich bin immer noch begeistert davon, dass die hier einfach so leben. Dann kam aber schon wieder die nächste Regenfront. Es war einfach ungemütlich, nass und kalt dort oben. Vom Sonnenaufgang konnte man gar nichts sehen. Man wusste nicht einmal ob die Sonne jetzt schon aufgegangen ist oder nicht. Einfach blöd und total Schade!

Wir haben uns deshalb, als es wieder aufgehört hat zu regnen, auf den Weg zur Stadt gemacht. Dort wäre nämlich ein Shuttle um 8:00 Uhr ins Hostel gefahren. Der Weg zurück ist von dort oben nämlich echt weit. Ich fande das schon ein bisschen unverschämt, dass sie uns hinfahren aber bei dem Regen dann hier oben lassen. Bei schönem Wetter wäre das alles ganz anders gewesen. Weit sind wir aber auch nicht gekommen. Es hat wieder angefangen zu schütten. Unter einem Baum haben wir uns gestellt um wenigstens ein wenig geschützt zu werden. Es wurde trotzdem alles komplett nass. Meine Schuhe waren durchgeweicht und meine nicht- wasserdichte Tasche war von oben bis unten komplett nass. Ich hatte schon ein wenig Schiss um meine Kamera und das Handy. Aber in dem Moment kann man ja schlecht etwas dagegen tun. Zu 5. haben wir uns entschlossen ein Taxi zu bestellen. Das hatte anders einfach keinen Wert. 25 blöde Dollar mussten wir für die 7 Minuten Fahrt zahlen. Vielleicht lag das auch daran, dass wir ein Großraumtaxi gebraucht haben. Aber trotzdem fande ich es viel. Nur gut, dass wir es durch fünf teilen konnten.

Der heutige Morgen hätte also nicht katastrophaler laufen können. Meine Pechsträhne zieht sich gefühlt durch alles durch. Auch sonst passieren mir immer so blöde Kleinigkeiten, die eigentlich nicht sein müssten. Im Hostel habe ich mir dann erstmal ein großes Müsli gemacht. Das war schon halber Frustessen. Dennoch kann ich es einfach nichtmehr sehen diese Haferflocken. Danach habe ich mich einfach wieder ins Bett gekrochen. Ich dachte eigentlich, dass ich endlich mal eine Serie oder eine Fernsehsendung, wie Kitchen Impossible oder Germanys next Topmodel, anschauen kann. Ich habe mich echt darauf gefreut mich einfach so berieseln zu lassen. Aber als hätte man mir den Gefallen auch nicht machen dürfen, sind alle Sendungen „nicht in meinem Land verfügbar“. So ein Dreck. Aber wirklich! Ich war wirklich deprimiert und wollte nur nach Hause mich in mein Bett oder aufs Sofa kuscheln. Ich hatte es satt hier in den Hostelzimmern rumzugammeln, kein eigenes Bad zu haben und immer auf alles Acht geben zu müssen. Wo kann ich mich umziehen? Wo ist die Zimmerkarte? Wo lasse ich mein Gepäck? Habe ich noch alle Wertsachen und Dokumente? Einfach nervig! Wirklich!

Aber ich hoffe dieses Tief geht jetzt bald vorbei. Ich habe mich stattdessen mit YouTube Videos abgelenkt. Danach wollte ich auch noch ein wenig schlafen. Das habe ich die Nacht ja nicht. Aber daraus wurde eher ein dösen. Besser als nichts. Später habe ich mir dann noch meinen zweiten Vanille- Powerball geholt. Ich war zwar bis oben hin voll. Trotzdem hat der perfekt zu meiner Stimmung gepasst. Irgendwie musste ich ja meinen Frust loswerden. Aber gut.

Um 12:00 Uhr habe ich mich dann wieder fertig gemacht. Heute Mittag stand nämlich meine aller erste Surfstunde statt. Darauf habe ich mich die letzten Tage wirklich sehr gefreut. Jetzt hatte ich gar keine Lust mehr! Ich hatte erst die Befürchtung, dass der Kurs bei dem Wetter abgesagt wird. Die Bedingungen haben sich allerdings verbessert. Von Regen war zum Glück keine Spur mehr. Dennoch war ich einfach müde und fertig. Nicht die besten Vorraussetzungen für einen Surfkurs. Aber gut! Mit dem Shuttle bin ich um 12:40 Uhr in die Stadt gefahren. Dort habe ich gleich Tina mit dem Greyhound ankommen sehen. Perfektes Timing! Somit konnten wir gleich zusammen zur Surfschule laufen.

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Dort hat uns gleich ein typischer Surfer mit blonden, langen Haaren begrüßt. Zu Beginn mussten wir noch ein Formular ausfüllen. Dann ging es aber auch schon los in den Van. Wir sind noch ca. 25 Minuten aus Byron Bay hinaus gefahren. Wir dachten eigentlich das der Surfkurs direkt hier am Strand stattfindet. Da haben wir uns aber getäuscht. Der Surflehrer meinte, dass wir an eine flussähnliche Stelle fahren, die super gut für Anfänger geeignet ist. Die Wellen am Hauptstrand sind sogar für erfahrene Surfer im Moment zu heftig. Da hätten wir gar keine Chance. Als wir allerdings am „Fluss“ angekommen sind dachte ich erst dass sie uns auf den Arm nehmen wollen. Es waren so gut wie keine Wellen vorhanden. Aber ich habe mich mal überraschen lassen.

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Ich fande es auf jeden Fall mal wieder richtig cool jemanden wie Tina bei mir zu haben. Wir haben uns gleich wieder super verstanden und hatten immer Gesprächsstoff. Zu Beginn wurden uns allen ein Surfbrett gegeben. Zu Zweit mussten wir sie dann an den Sand tragen. Auch blaue Surfoberteile sollten wir uns überziehen. Jetzt hatten wir auch schon alles was man zum Surfen braucht. Echt nicht viel. Meine Motivation hielt sich immer noch in Grenzen. Der Kreislauf war auch irgendwie im Eimer. Aber das wollte ich für diesen Moment jetzt vergessen. Bevor es losging haben wir uns gedehnt. Wie lange habe ich sowas schon nichtmehr gemacht. 4 Monate! Ich komme mir so unsportlich vor. Das ist nichtmehr normal.

Nach dem Dehnen ging es an die Basics des Surfens. Je größer und breiter das Brett, desto einfacher ist es zu surfen. Deshalb haben wir auch mit großen Bretter gestartet, die auf dem Wasser nicht sofort umkippen wenn man nur ein bisschen sein Gewicht verlagert oder sein Fuß falsch stellt. Das Wichtigste von dem Einstieg war der Ablauf des Aufstehens. Man muss erst aufs Brett liegen sodass die Zehenspitzen ganz hinten am Ende des Brettes sind. Dann muss man seinen Oberkörper aufrichten, mit gestreckten Beinen seinen Hintern hochdrücken, dann erst den hinteren Fuß in Position bringen und zu guter letzt den Vorderfuß nach vorne ziehen. Dabei sollte man nie ganz gestreckt und aufrecht stehen. Man muss immer ein bisschen in die Knie gehen. Allgemein ist man natürlich seitlich auf dem Brett. Diesen Ablauf mussten wir alle für sich selber etwas üben. Dann ging es aber auch schon ins Wasser.

Zu Beginn sind wir zu der Sandbank im Fluss bzw. Meer gepaddelt. Das geht ganz schön in die Arme. Dort angekommen konnte man aber auch gut stehen. Jeder von uns hat sich passend auf das Brett gelegt und wurde von einem der drei jungen Lehrern passend für eine Welle angeschoben. So haben wir einfach etwas mehr Geschwindigkeit aus Brett bekommen. Zu Beginn hat es bei mir gar nicht geklappt. Man hört ja immer, dass Surfen so abnormal schwer ist. Von so vielen habe ich gehört, dass sie bei ihrem 3 stündigen Kurs nur einmal für 2 Sekunden gestanden sind. Deshalb waren meine Erwartungen an mich selber auch recht gering. Dennoch wollte ich mindestens einmal stehen bleiben. Bei Tina ging das schon viel einfacher. Sie hat allerdings auch schonmal einen Surfkurs in Bali gemacht. Bei mir war zu Beginn das Problem, dass ich immer das falsche Bein zuerst vorbringen wollte. Beim 100 Meter Start nimmt man schließlich immer das vordere Beine zu erst nach vorne. Naja! Der nächste Fehler war, dass ich den Fuß nicht seitlich nach vorne gezogen habe sondern ganz normal senkrecht. So war ich oft nicht mit dem ganzen Fuß auf den Brett, sondern nur mit dem Vorderfuß. Einen sicheren Stand konnte ich dadurch nicht erzielen. Nach ein paar Versuchen hat es dann aber endlich geklappt! Ich bin gestanden und über das Wasser gegleitet. Das war vielleicht ein tolles Gefühl. Natürlich kommt es auch immer auf die Welle drauf an. Einmal bin ich aber wirklich weit gesurft und lange auf dem Brett geblieben. Ich konnte gar nicht genug kriegen. Eigentlich bin ich nicht so der Wasser Mensch. Ich würde immer die Luft oder das Fliegen, dem Wasser oder das Schifffahren bevorzugen. Aber Surfen fand ich einfach toll. So viel Spaß hatte ich schon lange nichtmehr bei etwas.

Gegen Ende wurden die Wellen irgendwie immer kleiner. Man würde dann gar nichtmehr so herausgefordert. Ich hätte es gerne einmal bei einer etwas höheren Welle versucht. Nur um mal das richtige Surf-Feeling zu bekommen. Auch Tina ging es so. Irgendwann war es einfach zu ruhig auf dem Wasser. Auch die Lehrer haben einem gegen Ende nichtmehr so geholfen. Wenn man allerdings versucht selber zu paddeln und die Geschwindigkeit auf die Welle zu bekommen, kann das oft schiefgehen. Das ist dann wirklich nicht so einfach. Dennoch fande ich es auch gut, erstmal hier das Surfen auszuprobieren. So kann man sich wirklich auf die Abfolge konzentrieren. Zudem ist man auch nicht gleich deprimiert, weil es hier doch bei jedem mal geklappt hat. Für das nächste Mal bräuchte ich aber eine neue Herausforderung.

In meiner Gruppe habe ich auch noch zwei Mädels aus Rheinfelden kennengelernt. So lustig! Noch nie habe ich jemanden aus der gleichen Region kennengelernt. Auch 4 Schweizer aus Aargau waren in der Surfgruppe. Die haben Waldshut natürlich auch gekannt. Sie kommen, wie natürlich nicht anders erwartet, immer zum Einkaufen zu uns. Ich hab mich einfach nur gefreut, dass den Leuten mein zu Hause mal ein Begriff war und wir alle aus der selben Region gekommen sind. Echt ein Zufall!

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Die Stunden gingen viel zu schnell vorbei. Wirklich! Gerade zum Schluss hat es erst so richtig angefangen Spaß zu machen. Ich konnte es gar nicht ganz realisieren, dass ich jetzt wirklich in Australien bin und einen Surfkurs mache. Die Camps gibt es natürlich auch eine ganze Woche lang. Dafür fehlt mir aber die Zeit. Wenigstens habe ich es jetzt einmal ausprobiert. Fotos konnten wir währenddessen natürlich nicht machen. Eigentlich wollten sie uns welche per E-Mail zukommen lassen. Die sind aber immer noch nicht eingetroffen. Kurz nach 17 Uhr waren wir wieder in Byron Bay. Das hat perfekt gepasst. So konnte ich noch schnell in den Aldi etwas zum Abendessen kaufen und danach den Shuttle um 17:45 Uhr ins Hostel nehmen. Tina wollte erst einmal ins Hostel zum Einchecken. Schon verrückt gewesen, dass sie direkt von der Bushaltestelle gekommen ist. Aber wir wollten den Kurs eben unbedingt zusammen meistern. Und das war auch gut so. Mit dem Wetter hatten wir übrigens auch mehr als Glück. Ich glaube die kurze Fahrt hat auch nochmal etwas ausgemacht. Es war nämlich meistens blauer Himmel und Sonnenschein. Super heiß auf jeden Fall! So mussten wir zumindest nicht frieren.

Beim Einkaufen war ich mir gar nicht sicher, ob ich heute Abend überhaupt kochen soll. Es sollte nämlich ein free Barbecue im Hostel angeboten werden. Da ich aber keine Ahnung hatte, was die unter Barbecue verstehe, habe ich zur Sicherheit noch wenige Zutaten eingekauft. Ich hätte einfach mal wieder so Lust auf Seafood oder Fisch. Manno!
Im Hostel habe ich mich dann gleich unter die heiße Dusche gestellt. Das tat vielleicht gut. Anschließend habe ich mich auch angezogen und mich in die Küche begeben. Das Barbecue hat zu der Zeit auch gleich angefangen. Das bestand aber zum Großteil aus Würstchen und Toast. Also nicht das Geilste für mich! Da wollte ich lieber mein eigenes Zeug kochen. Aufbrauchen musste ich das Essen ja eh noch bis morgen. Deshalb habe ich mir den restlichen Pack Spaghetti gekocht und mit Rucola, Tomaten, Gurken und Limettensaft gegessen. Das war super einfach, aber mal wieder etwas Anderes und Frisches. Ich hab keine Ahnung wie ich den Pack Nudeln in zwei Tagen leer bekommen habe. Ich wollte heute einfach wieder das Meiste aufbrauchen, da es morgen ja schon wieder weitergeht.

Im Zimmer ging es dann noch an den Blog. Ich glaube ich hole die Tage nie mehr auf. Das Skypen mit meiner Mum hat sich dann auch noch ergeben. Heute war die Verbindung auch Spitzenmäßig. Mein Zeug wollte ich eigentlich auch noch packen. Aber das wurde dann wieder zu spät. Ich war todmüde. Deshalb musste das bis morgen warten!

 

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