Lost in Ross

Tag 130 – Franz Josef

Nicht jeder Tag ist so, wie man ihn sich vielleicht vorstellt. Heute war so ein Tag. Irgendwie wollte alles nicht so laufen, wie wir es gewollt hätten.
Angefangen hat schon alles morgens früh nach dem Aufstehen. Alleine als ich ins Bad laufen wollte, wäre ich fast davon geweht und erfroren. Es war wieder einmal eiskalt. Dazu wehte der stärkste Wind. Da habe ich echt alles angezogen, was ich so besitze. Hauptsache nicht frieren oder krank werden. Das war mein Ziel.

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Nachdem wir uns gerichtet hatten und auch unser Gepäck einigermaßen gepackt war, sind Dani, Andi und ich auch schon los nach draußen. Und nein, nicht um zum Frühstück zu gehen. Bevor wir Lake Mahinapua verlassen, wollten wir auf jeden Fall den See sehen. Das war das Mindeste was wir hier machen wollten. Lake Mahinapua verlassen ohne den See zu sehen? Unvorstellbar. Das Wetter hätte eigentlich nicht schlechter sein können. Dennoch haben wir uns nicht unter kriegen lassen.
Zusammen haben wir uns durch einen kleinen Wald gekämpft. Und schon waren wir am See. Naja, so schön war unsere Sicht jetzt nicht. Es war eben alles grau. Von genießen war hier keine Rede. Aber man konnte sich auf jeden Fall vorstellen, wie schön es bei Sonnenschein aussehen würde. Hinter dem See hätte man die tollen Berge sehen können. Auch das Wasser ist sicher ganz klar und blau. Aber von Beidem konnten wir nichts sehen. Wenigstens waren wir hier!

Schon fast zitternd sind wir wieder zurück in unser kleines Zimmer gelaufen. Jetzt haben wir den Rest unserer Sachen zusammengepackt. Anschließend ging es auch zum Frühstück. Es gab Pancakes, Bacon, Ahornsirup, Müsli, Toast, Marmelade, Kaffee und Tee. Genau wie in Amerika ist es hier auch schon verbreitet Süßes und Salziges zu kombinieren. Bei uns zu Hause habe ich auf jeden Fall noch nie jemanden gesehen der Pancakes mit Speck und Ahornsirup zusammen isst. Hier macht das jeder! Echt ungewöhnlich. Alle waren ganz zufrieden mit dem Frühstück. Etwas Obst oder Rührei hätte man sich dennoch gewünscht. Wenn man schon so viel extra zahlt!

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Anschließend ging es auch schon mit dem ganzen Gepäck zum Bus! Und der war schon komplett voll. Nur noch ganz ganz hintern waren drei Plätze für uns frei. Da saß man wieder eng auf eng. Aber so war es nunmal jetzt. Heute ging unsere Fahrt nach Franz Josef. Der Name klingt echt mehr als nur deutsch. Da haben wir uns schon oft lustig drüber gemacht. Die Neuseeländer sprechen den Namen aber natürlich nicht so aus, wie wir es würden.
Bei der Fahrt haben wir nur gehofft, dass sich das Wetter bessert. Aber davon war erstmal keine Spur. Beim Busfahren wurde mir halber schlecht, weil es so gewackelt hat. Der Fahrer fährt wirklich rücksichtslos. Vor allem hinten merkt man das Schwanken sehr. Nach kurzer Zeit sind wir auf einmal stehen geblieben. Wir dachten alle, dass es ein kleiner Stau sei. Nach einer halben Stunde haben wir uns dann aber schon gewundert. Die Zeit verging und verging. Wir standen immer noch auf einem Fleck. Nach einer Stunde sind dann einige ausgestiegen und haben geschaut, was so vor sich ging. Ein Baum sie anscheinend umgefallen und versperrt die Straße. Na super! Der Wind war also echt stark. Wir haben weiter gewartet. Eigentlich wäre man schon mal gerne nach draußen gegangen. Es war aber einfach so windig und kalt, dass fast keiner den Bus verlassen wollte. Nach ca. zwei Stunden haben sich Dani, Antonia, Kira und ich dann doch mal nach draußen getraut. Wir sind auf Toiletten Suche gegangen. Tatsächlich hat sich weiter vorne eine kleine Stube befunden. Dort haben wir dann auch später herausgefunden, dass ein Paar Vans beim Fahren umgekippt und total kaputt sind. Der Wind war so stark, dass es für uns einfach zu gefährlich gewesen wäre, um weiter zu Fahren. Vor allem weil wir eine Brücke hätten überqueren müssen, hatten wir keine Chance.

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Wir hatten also keine andere Wahl, als umzukehren. Ich hab halber die Krise bekommen. Theoretisch hätten wir schon in Franz Josef ankommen müssen. Die Anderen von unserer alten Gruppe haben schon geschrieben, wo wir denn bleiben. Aber es ging echt nichts voran. Der Busfahrer hat dann entschlossen nach Ross zurück zu fahren. Ich glaube ein kleineres Kaff gibt es nicht. Wenigstens ein Kaffee hatte es. Dort sind die Meisten gleich reingerannt, um sich etwas zum Essen und zum Trinken zu kaufen. Wir sind erstmal ein wenig durch die Gegend gelaufen. Tod langweilig! Wir fanden es nur witzig, dass wir jetzt in so einem kleinen Ort gelandet sind. In Ross gibt es echt nichts außer eine Grundschule, einen Spielplatz, ein Kaffee, Häuser, einen kleinen Tümpel und eine Kirche. Da war der Walk dann auch schnell beendet. Deshalb sind wir später auch ins warme Kaffee gesessen. Dani wollte eh noch einen Kaffee trinken. Antonia, Kira, Andi, Dani und ich hatten es wieder lustig. Solange wir noch lachen können, ist alles gut. Und dann endlich um 15 Uhr kam auch das Startsignal vom Busfahrer. Die Straßen waren wir offen! Es ging also wirklich weiter.

Nachdem wir die Brücke überquert hatten, war das Wetter auf einmal super schön. Da stieg meine Laune gleich an. Wenn ich wirklich eine Sache nennen müsste, die mich glücklich macht, dann ist es die Sonne. Alles sieht gleich so viel schöner und freundlicher aus, jeder hat bessere Laune und wärmer ist es auch noch. Wir haben uns einfach vorgestellt als wäre nichts gewesen. Wir sind morgens früh aufgestanden, haben super lecker gefrühstückt und genießen jetzt bei strahlendem Sonnenschein die wunderschöne View auf die Berge. Das war unsere Version vom heutigen Tag. Die Landschaft war aber wirklich wieder der Wahnsinn. Das muss man Neuseeland echt lassen. Ich glaube nicht, dass irgend ein Land landschaftlich gesehen schöner sein kann. Ein Blog habe ich auch noch geschafft zu schreiben. Dann wurde es aber wieder so holprig und wacklig, dass ich definitiv nach vorne schauen musste. Das gestaltet sich übrigens auch nicht so einfach, wenn man ganz hinten sitzt. Aber es war auch gar nicht mehr so weit.

Statt um 13 Uhr sind wir erst am frühen Abend in Franz Josef angekommen. Ich finde es so köstlich, wie die Deutschen den Ort aussprechen. Echt lustig. Bevor wir ins Hostel sind, ging es noch zu einem kleinen Breathing. In Franz Josef gibt es nämlich einen Gletscher. Anscheinend gibt es nur drei Gletscher dieser Art auf der Welt. Zwei davon befinden sich in Neuseeland. Als Aktivität wird ein Heli Hike angeboten. Ich glaube das ist mit Abstand die teuerste Aktivität die es hier so gibt. Dennoch wollten es fast alle von uns machen. Allerdings wird der Heli Hike, genau so wie der Skydive super oft wegen des Wetters abgesagt. Davor haben wir schon wieder Angst. Wir drücken auf jeden Fall die Daumen, dass es stattfindet. Das Wetter soll morgen auch echt gut werden. Deshalb hoffen wir einfach mal das Beste. Seitdem die Absage des Tongariro Crossings fest stand, stelle ich mich aber eher immer auf eine Absage ein. An diesem Tag war das Wetter ja auch nicht super schlecht. Aber gut! Das kann man jetzt nicht mehr ändern. Vielleicht klappt es morgen ja wirklich.

Das Einchecken ging ziemlich lange. Cool war aber, dass wir uns wieder aussuchen durften mit wem wir in ein Zimmer möchten. Dani, Andi und ich haben und gleich mit Max, Franz und Olli zusammen getan. So hatten wir unser Zimmer sicher. Die Unterkunft war auch echt ganz cool aufgebaut. Man hat sich auf jeden Fall wohl gefühlt. Im Moment bin ich übrigens wirklich im Hostelleben angekommen. Langsam kann ich mich auch hier relativ wohl fühlen. Am Anfang war das für mich ein wenig schwer. Mit der Zeit habe ich mich immer mehr dran gewöhnt. Vor allem weil ich die letzte Zeit auch immer mit den gleichen Leuten im Zimmer war, fiel mir das recht leicht. Man weiß einfach schon, wie es in den Hostels so abläuft.

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Dani, Andi und ich sind noch kurz nach draußen gegangen. Franz Josef ist ein ganz kleiner Ort, mitten in den Bergen. Mich persönlich erinnert es total an einen Skiort. Das Feeling stimmt einfach total! Die Kälte kann auch mit der Jahreszeit mithalten. Eigentlich wollten wir gleich in den Supermarkt. Davor haben wir noch in einen Shop reingeschaut. Eigentlich habe ich nach einer Sonnenbrille gesucht. Ohne die, kann ich morgen nämlich nicht teilnehmen. Aber gefunden habe ich natürlich keine. Auch ein Kiwi Haus gibt es hier. Der Eintritt, um ein paar Vögel zu sehen, ist wieder enorm. Deshalb sind wir dann doch gleich in den kleinen Shop. Dort habe ich mir noch eine Kleinigkeit zum Abendessen gekauft. Morgen wollen wir dann zusammen kochen. Dafür haben wir auch gleich alles zusammengesucht. Zusammen wollten wir auch mal etwas kochen, was man alleine vielleicht nicht gerade zubereiten würden. Und darauf freue ich mich schon!

 

Jetzt ging es aber auch schon wieder zurück und gleich in die Küche. Die war allerdings wieder mehr als überfüllt. Lustig war nur, dass ich Emily wieder getroffen habe. Auch den indischen Mann habe ich beim Kochen getroffen. Meine alte Gruppe fehlt mir irgendwie schon. Schade fande ich es nur, dass ich Stretch, Lorna und Mikey nicht finden konnte. Die hätten sich hier auch irgendwo herumtreiben müssen. Aber nun ging es erstmal ans Kochen. Heute habe ich mir wieder eine Reispfanne gekocht. Dazu gab es auch noch eine Avocado, die ich mir mit Dani geteilt habe. Yummy! Am Tisch haben wir drei uns noch mit Franz, Max und Evi unterhalten. Auch eine Sonnenbrille konnte ich mir besorgen. Da hab ich mich echt gefreut. Jetzt kann der morgige Tag kommen!
Im Zimmer haben wir uns alle noch lange miteinander unterhalten. Und irgendwann sind wir dann auch schon ins Bett. Meinen Blog schreiben konnte ich wieder nicht. Aber im Moment möchte ich einfach im hier und jetzt leben!

 

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