Hassliebe

Tag 145 – Fiji

7:45 Uhr! Ich bin aufgestanden, habe mir gleich mein Handtuch geschnappt und bin an den Strand gelaufen. Den letzten Tag hier im Resort wollte ich mir definitiv eine Liege sichern. Ich habe fast einen Schreck bekommen, als sich die dänische Gruppe schon wieder überall herumgetrieben hat. Schon fast alles haben sie wieder belegt. Aber eine Liege konnte ich doch noch ergattern. Echt ein Kindergarten wenn man mal überlegt.

Aber bevor es an den Strand ging, wurde erst einmal gefrühstückt. Echt komisch, die Anderen nicht mehr bei mir zu haben. So war ich innerhalb von 10 Minuten auch schon fertig am Tisch. Ich bin gleich zurück ins Zimmer gegangen, um einen Blog zu schreiben und mich fertig für den Strand zu richten. Danach wollte ich mir meine Liege schnappen und mein Buch lesen. Ich habe so ein Hals bekommen, als ich gesehen habe, wie alle Liegen belegt waren. Mein Zeug lag einfach so im Sand. Das durfte doch wirklich nicht wahr sein. Jetzt habe ich es schon so wie sie gemacht und mir ein Platz reserviert. Jetzt legen sie meine Sachen schon einfach zur Seite und schnappen sich die Liege trotzdem. Geht’s noch? Ich hab echt gedacht, ich bin im falschen Film. Gefallen lassen wollte ich das mir auf keinen Fall. Ich war auf 180! Deshalb bin ich auch gleich zu Ihnen hingegangen und habe „freundlich“ gefragt, ob sie mir nicht eine Liege zurückgeben könnten und es wirklich nicht geht, dass sie einfach mein Zeug zur Seite räumen. Ich fand das wirklich unter aller Sau. Zu Beginn haben sie mich einfach ignoriert. Nett! Weggegangen bin ich aber auf keinen Fall. Dann haben sie so getan, als würden sie mich nicht verstehen. Also so schlecht ist mein Englisch jetzt auch nicht. Irgendwann haben sie dann doch eine herausgerückt. Auf dieser lag nichtmal jemand. Einfach unnötig, unverschämt und nervig!

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Aber ich hatte meine Liege. Da habe ich dann doch noch versucht zu lesen und zu entspannen so gut es eben ging. Später ist dann auch Luke wieder mit einem Boot angekommen. Er hat mich den Anderen angefangen Palmenblätter ineinander zu weben. Aus denen möchten sie das Dach herstellen. Luke hat mich gleich zu sich gerufen. So hat er mir beigebracht, wie sie die Blätter ineinander weben. Es hat echt noch Spaß gemacht. Für mich war es einfach faszinierend zu sehen, was man alles aus der Natur schaffen kann. Alles!

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Zum Abkühlen bin ich später noch kurz in den Pool gegangen. Danach ging es kurz ans WLAN. Anschließend hat mir Luke noch gezeigt, wie man aus den Palmenblättern zum Beispiel Körbe weben kann. Echt toll! Und danach gab es auch schon Mittagessen. Heute war es wieder echt gut. Es gab Karottensalat, Kartoffelwedges, Fleisch, rote Beete, Ananas, Wassermelone, Brot und gebratener Reis. Yummy! Auch beim Mittagessen bin ich jetzt viel früher fertig. Mit den Anderen haben wir immer noch zusammen geredet. Da bleibt man schon einmal länger am Tisch sitzen.

So habe ich mich kurz einem Blog gewidmet. Nach kurzer Zeit haben mich Richie und Luke gefragt, ob ich mit schnorcheln gehen möchte. Da es mein letzter Tag hier ist, habe ich zugesagt. Jeder hat Flossen und eine Taucherbrille bekommen. Mit dem Boot ging es dann raus aufs Riff. Ich habe ja schon gehört, dass es nicht so schön sein soll. Aber ich wollte es dennoch einmal mitgemacht haben. Schön war wirklich was Anderes. Ich würde wirklich sagen, dass 95% des Riffs nicht mehr existiert. Es sieht eher aus, wie ein großer Felsen. Ein paar wenige Fische konnte man dennoch sehen. Aber auch der Wind war recht stark, wodurch das Wasser ganz unruhig war. Auch Blätter sind rumgeschwommen. Deshalb habe ich mich auch nicht all zu lange im Wasser aufgehalten. Ich bin lieber wieder aufs Boot. Dort haben zwei Mitarbeiter gerade gefischt. Insgesamt haben sie 10 Fische gefangen. Ich durfte auch einen herausziehen. Es war schon cool, dass einmal so zu sehen. Auf der anderen Seite war aus echt ekelhaft. Die Fische taten mir halber Leid, wie sie da an Bord rumgezappelt und weiter geatmet haben. Aber das Fischen gehört hier wirklich zum Alltag mit dazu.

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Zurück an Land habe ich meinen Blogbeitrag fertig gestellt und mein Buch weiter gelesen. Das Wetter hat in der Zwischenzeit recht zugezogen. Es war immer noch warm. Von der Sonne war allerdings nicht mehr viel zu sehen. Man hat auch gesehen, wie es auf der Hauptinsel nur so geschüttet hat. Da war ich froh, etwas außerhalb zu sein. Kajaks, Standup- Paddle und die Matratzen sind hier kostenfrei. Deshalb wollte ich auch unbedingt einmal mit dem Kajak fahren. Man muss ja alles einmal ausprobiert und vor allem ausgenutzt haben. Es war eigentlich auch ganz cool. Eine Ewigkeit könnte ich das aber auch nicht machen.

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Für mich ging es anschließend erst einmal unter die Dusche. Danach habe ich angefangen, mein ganzes Zeug zusammen zu packen. Morgen wird schon wieder ausgecheckt. Ich hatte wirklich gar keine Lust zu packen. Aber das musste sein. Als ich mit allem fertig war, bin ich vor an die Rezeption zum Zahlen und Informieren. Zu Beginn wollte ich mich wegen Morgen informieren. Mein Flug geht um 18:10 Uhr. Hier fährt aber nur ein Boot um 9:00 Uhr morgens und um 16 Uhr nachmittags. Wenn ich das Boot am Nachmittag nehme, komme ich definitiv zu spät am Flughafen an. Das Boot am morgen ist allerdings viel zu früh. Was soll ich bitte so lange am Flughafen in Nadi? Ich habe wirklich keine Lust dort 7 Stunden zu warten. Nein Danke! Deshalb dachte ich, dass mich ein Fahrer zu ein paar Sehenswürdigkeiten fahren und mich dann später am Flughafen abladen könnte. Die Frau gestern meinte auch, dass das kein Problem sein. Heute war allerdings wieder eine Andere an der Rezeption. Die hat natürlich wieder von nichts gewusst. Und nach ihrer Meinung soll ich das auch wenn direkt am Flughafen buchen. So bescheuert!

Danach wollte ich auch endlich meine Zahlung für diese Woche beenden. Als ich die Rechnung bekommen habe, habe ich wirklich einen Schock bekommen. Ich war einfach nur sauer. Für das, was hier geboten wird, ist es definitiv viel viel viel viel viel zu teuer. Für das Geld könnte ich wahrscheinlich 3 Monate in Südostasien leben. Vor allem weil ich weiß, wie viel weniger Erin bezahlt hat, war ich super genervt. Was soll das? Alleine für das WLAN musste ich 70 Dollar zahlen. Und dabei ging das nichtmal wirklich. Ich hätte echt heulen können. Am liebsten würde ich echt etwas sagen! Aber das bringt ja auch nichts!

Wirklich geknickt habe ich mich neben die Bar gesetzt. Ich war wirklich super deprimiert. Irgendwie habe ich echt eine Hassliebe mit diesem Resort entwickelt. Ich kann voll verstehen, wenn es Leuten hier überhaupt nicht gefällt. Auf der anderen Seite kann ich auch voll die Touristen nachvollziehen, die es hier lieben. Das Frühstück ist nicht das Beste, Lunch und Dinner oft das Gleiche, der Strand ist wegen des Zyklons total verdreckt, morgens hat man oft kein Wasser, im Gemeinschaftsbad nichtmal warmes Wasser, für das WLAN muss man super viel Geld zahlen, das Schnorcheln ist miserabel, von einer Klimaanlage hat noch keiner was gehört, es gibt wenige Liegen und das Personal ist ab und zu richtig unhöflich! Ich finde es viel zu teuer, für das was es ist!

Dennoch mag ich es hier. Man kann sich wirklich wohl fühlen. Viele Aktivitäten, wie Schnorcheln, Kajak fahren oder Stand- up Paddling sind kostenfrei. Allgemein wird einiges angeboten. Ob Armbänder aus der Kokosnussschale basteln, Weben mit Palmenblättern oder die Kokosnusssüßigkeit zubereiten. Mir wurde es nie langweilig. Die „Animateure“ sind super lieb. Vor allem die Jungs und Männer sind so herzlich, begrüßen einem immer und schauen, dass es einem gut geht. Auch die Nachtshow ist wirklich super toll. Ich denke gerade dafür, ist die Insel bekannt. Echt viele Leute kommen auch nur deshalb. Allgemein lernt man hier viel über die eigentliche Kultur in Fiji kennen. Wenn man in einem Luxushotel ist, würde man davon wahrscheinlich nicht so viel mitbekommen. Auch das Kochen auf traditioneller Art, unter der Erde, wird täglich eingesetzt. Bei dem Buffet Mittags und Abends konnte ich mich meist auch nicht beschweren.

Es ist also wirklich eine Hassliebe! Dennoch bin ich irgendwie froh, morgen zu gehen und bald zu Hause zu sein. Zum Abendessen gab es wie üblich beim Showabend Gemüse, Kartoffeln, Kürbis, Fleisch, Fisch, Soße und Brot. Irgendwie habe ich auch noch Reis und Curry abstauben können. Das wurde wieso auch immer für die Familie an meinem Tisch gekocht. Auf jeden Fall war es super gut. Dann ging auch wieder die abendliche Show los. Ich habe mich etwas zur Seite gesetzt. Eigentlich wollte ich online Einchecken. Aber das ging komischerweise nicht. Das WLAN hat eh mal wieder nicht so funktioniert, wie es sollte.

Deshalb bin ich einfach zurück ins Zimmer. Ich habe jetzt einfach meine Ruhe gebraucht. Irgendwie ist alles in mir hoch gekommen. Ich wäre im Moment echt lieber zu Hause. Die hohe Rechnung, die nervigen Dänen, das blöde WLAN, kein online Check- In, ganz alleine hier auf der Insel und dazu vermisse ich noch mein zu Hause. Alles kam zusammen und hat mich einfach heruntergezogen. Aber so Momente gibt es eben immer wieder auf Reisen. Bei mir zumindest. Ich schreibe jetzt gerade noch diesen Blog. Ich habe es endlich geschafft, wieder auf dem neuesten Stand zu sein und vor zu den Tag festzuhalten. Hoffentlich halte ich das wieder bei. Aber so viele Tage bleiben ja gar nicht mehr!

 

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