It´s Fiji Time

Tag 139 – Fiji

Wisst ihr, welcher Ort am weitesten entfernt von Deutschland liegt? Ich bin mir nicht sicher. Ist es Neuseeland, Fiji oder eine andere kleine Insel im Pazifik? Wie auch immer. Heute geht es für mich auf die Fiji Inseln. Der Wahnsinn oder? Zu Hause war dieser Begriff für mich einfach unrealistisch. So weit weg! Da werde ich niemals hinkommen. Aber nun bin ich hier! Und das ist einfach nur unvorstellbar.

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Aufgestanden bin ich heute um 8:15 Uhr. Mein Flug ging erst am Nachmittag. Somit konnte ich den morgen entspannt angehen. Dennoch ist der Check Out um 10 Uhr. Also musste ich mich schon ranhalten. Nachdem ich in der tollen Dusche meine Haare gewaschen und geduscht habe bin ich zurück ins Zimmer um mein Backpack zu packen. Nachdem ich und das Gepäck halbwegs fertig gerichtet waren bin nich in die Küche gegangen. Heute musste ich ein wenig improvisieren. Meine Haferflocken habe ich schon in Lake Tekapo aufgebraucht. Jetzt hatte ich nur noch ein wenig Reis übrig. Damit habe ich eine Art Apfel- Birnen- Zimt- Milchreis gekocht. Und ich muss echt sagen, das es ziemlich geil war. Da sieht man mal wieder, was Ausprobieren bewirken kann. Und das nur, um alles aufzubrauchen was man hat. Ich werde es bestimmt auch nochmal zubereiten.

Um 10 Uhr bin ich dann runter an die Rezeption zum Auschecken gegangen. Um zum Flughafen zu gehen war es allerdings noch zu früh. Deshalb habe ich mich noch eine weitere Stunde hier aufgehalten und mein restliches WLAN ausgenutzt.
Um 11 Uhr bin ich zu einer Bushaltestelle gelaufen. Da musste man sich wirklich den Weg durch die Baustellen suchen. Ich war dann nur beruhigt, als ein weiteres Mädchen mit Gepäck angelaufen kam. Ich schien also am richtigen Ort zu sein. Ein paar ältere Ladys haben sich dann mit mir unterhalten. Und dann kam auch schon der Bus. So etwas habe ich auch noch nie erlebt. Der Busfahrer wäre gnadenlos an uns vorbei gefahren, wäre die Oma nicht aufgesprungen und ihm hinterher gerannt. So ein blöder Typ. Ich war der Lady auf jeden Fall dankbar.

Das war aber nicht das Ende von der Busstory. Schon als ich eingestiegen bin, kam das nächste Problem auf. Erst wollte ich mit Karte zahlen. Da meinte er nur ganz grob: „Was soll das?“. Danach wollte ich mit Cash bezahlen. Unglücklicherweise hatte ich nur einen 50- er Schein. Das ist eben so, wenn man am Geldautomaten Geld holt. Das Geld wollte er gar nicht erst annehmen. Er hat es anscheinend nicht wechseln können. Ich stand wirklich im Bus und wusste nicht weiter. Der Busfahrer hätte mich gnadenlos hier gelassen. Nichtmal jemand anders im Bus konnte wechseln. Die meisten haben eine Dauerfahrkarte. Dann ist mir zum Glück noch eingefallen, dass ich mir einen 5 Dollar Schein auf die Seite gelegt hatte. Ich nehme von jedem Land immer einen Schein mit nach Hause. Wenn ich es nicht vergesse. So konnte ich dann zum Glück doch noch die 8,50 neuseeländischen Dollar zusammenkratzen. Ich dachte mir aber echt nur: „So ein Arsch“!

Mich hat dann nur beruhigt, dass er nicht nur zu mir so unfreundlich war. Der nächste Junge Typ ist eingestiegen und wollte gerade seine Fahrkarte aus der Handyhülle nehmen, als der Busfahrer nur so meinte: „Das nächste mal hast du die Fahrkarte aber parat!“. Ich meine, es hat vielleicht 10 Sekunden gedauert, bis er die Karte in der Hand gehalten hat. Echt unverschämt. Noch besser kam es, als er an drei chinesischen Frauen einfach so vorbei gefahren ist, obwohl sie einsteigen wollten. Als sie gemerkt haben, dass der Bus an ihnen vorbei fahren wird, haben sie noch schnell gewunken und die Hand ausgestreckt. Der Busfahrer wollte dann noch bremsen. Es war allerdings schon nicht mehr möglich zu halten. Einfach unglaublich! Man muss wirklich da stehen und den Bus zum anhalten bringen. Wieso hält er nicht einfach an jeder Haltestelle. Zumindest wenn Leute mit Gepäck da stehen ist es doch wohl klar, dass sie zum Flughafen wollen. Wegen solchen Typen kann man auch locker mal seinen Flug verpassen. So ein Depp! Naja! So grimmige, unzufriedene, alte Typen gibt es immer mal. Wenigstens ich bin am Flughafen angekommen. Und das pünktlich. Das „Thank you“ beim Aussteigen fiel mir nur super schwer. Ich hätte dem lieber mal meine Meinung gesagt. Aber lieber nicht!

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Am Flughafen in Christchurch konnte ich direkt mein Gepäck aufgeben und durch die Sicherheitskontrolle gehen. Komischerweise wollten sie mein Handgepäck durchsuchen. Mir ist das eigentlich immer egal. Ich meine, wenn man nichts zu verstecken hat, dann brauch man sich auch keinen Kopf machen. Ich habe ganz vergessen gehabt, dass noch eine Sonnencreme im kleinen Rucksack war. Normalerweise verstaue ich die Tube im großen Backpack. Daran habe ich wirklich nichtmehr gedacht. Naja egal! Die Sonnencreme war weg. Aber viel drinnen war eh nicht mehr. Nur gerade auf den Fijis wäre es vielleicht nicht schlecht, eine Sonnencreme zu besitzen. Blöd!

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Ich dachte eigentlich, dass es vielleicht im Duty Free oder einem anderen Laden Sonnencreme zu kaufen gibt. Fündig geworden bin ich allerdings nicht. Dafür habe ich mir ein Buch gekauft. Dann habe ich wenigstens etwas zum Lesen auf der Insel. Ansonsten nehme ich mir nicht so viel Zeit für Bücher. Eine junge Frau im Shop habe ich gefragt, ob sie mir ein Buch empfehlen kann. So war es für mich viel einfacher, eine Entscheidung zu fällen.
Danach habe ich es mir gleich an meinem Gate gemütlich gemacht. Das WLAN war super gut. Ich habe es geschafft zwei Blogs online zu stellen. Dass das mal klappt ist auch selten! Ansonsten konnte ich noch mit Dani, Andi und ein paar Anderen aus Neuseeland schreiben. Zu Hause haben ja noch alle geschlafen.
Boarding war ca. um 14 Uhr. Ich konnte glücklicherweise am Fenster sitzen. Das habe ich dem Online- Check- In zu verdanken. Von Christchurch nach Nadi fliegt man etwas weniger als 4 Stunden. Ich dachte eigentlich, dass es kürzer wäre. Aber die Fijis sind dann doch etwas weiter von Neuseeland entfernt. Die Aussicht war zu Beginn echt der Hammer. Man ist über die komplette Süd- und die Nordinsel von Neuseeland geflogen. Da habe ich meine Zeit nur mit aus dem Fenster schauen verbracht. Dabei ging mir mal wieder einiges durch den Kopf. Fiji ist meine letzte richtige Destination. Danach geht es zwar noch einmal zurück nach Auckland. Aber nur für kurze Zeit. Der Heimflug rückt immer näher und näher. Ein ganz komisches Gefühl! Ich freue mich definitiv auf zu Hause, meine Familie, meine Freunde, das Training und den Alltag. Auf der anderen Seite weiß ich auch schon jetzt, dass ich diese Zeit so sehr vermissen werde. Ich wirklich so lange darauf hingefiebert. Und jetzt ist schon fast alles vorbei. Dennoch! Irgendwann wird es auch Zeit nach Hause zu gehen!

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Der Flieger an sich war super klein und eng. Man hatte wirklich nicht viel Platz. Da wurde ich beim letzten Flug verwöhnt. Das Essen allerdings war wieder super gut. Es gab sogar eine Veggie Variante. Ich bin immer mehr vom Flugzeug essen begeistert. Das ist wirklich kein Vergleich zu früher. Ein paar Jahre vorher habe ich das Essen einfach nur abgelehnt. Ich konnte es nichtmal riechen. Jetzt finde ich es 1a. Super lustig war es auch, als ich aus der Toilette raus gekommen bin. Da saß ein Stewart neben mir und hat Orangen gegessen. Er meinte nur, ob ich auch welche will. Und da habe ich natürlich ja gesagt. Ich dachte eher, dass das ironisch gemeint war. Aber nein! Er stand auf, und hat mir eine ganze Schale voller Orangenscheiben gegeben. Sowas hatte ich zuvor auch noch nicht.
Die Airline, die mich nach Nadi geflogen hat, heißt übrigens Fiji Airways. Ich lerne wirklich immer neue Gesellschaften kennen. Die Stewardessen tragen ganz traditionelle, bunte Farben und eine Blume hinterm Ohr. Das scheint wohl typisch auf den Inseln zu sein.

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Angekommen bin ich um 18:15 Uhr. Die einheimische Frau vor mir im Flieger hat gleich mal: „It´s Fiji time!“ geträllert, als wir gelandet sind. Da musste ich gleich lachen. Es war schon stock dunkel. Als wir in den Flughafen eingetreten sind, haben erst einmal eine Gruppe von Männern in Hawaii Hemden für uns gesungen und gespielt. Das habe ich auch noch nicht miterleben dürfen. Da hat man sich wirklich gleich willkommen gefühlt. Nachdem ich durch alle Sicherheitskontrollen und Checks durch gekommen bin, ging es ans Bargeld holen. Anschließend musste ich nur noch meinen Fahrer finden. Der sollte eigentlich auf mich warten. Die Unterkunft hat den Transport für mich arrangiert. Ich konnte allerdings keinen Fahrer finden, der in mein Resort gefahren ist. Da bin nich erst einmal einige Zeit herumgeirrt. Schlussendlich bin ich am Informationstisch gelandet. Die wollten ihn gleich mal für mich anrufen. In dem Moment habe ich ihn allerdings doch entdeckt. Er saß irgendwo auf einem Stuhl mit einem Schild, wo „Anna Rieber“ drauf stand. Nur gut, dass er das Schild verdeckt hat. Dennoch fand ich es irgendwie lustig. Da kam ich mir fast wie im Film vor.

Ich war auf jeden Fall froh im Taxi zu sitzen. Dennoch war es auch ein wenig gruselig, im dunkeln alleine mit einem Lokal durch die Gegend zu fahren. Vor allem hat er mich super viel gefragt. Zu Beginn meinte er auch, dass die Fahrt nur 30 Minuten gehen soll. Das war natürlich nicht so. Wir sind gefahren und gefahren. Es hat total verbrannt gerochen. Der Fahrer meinte nur, dass die letzten Wochen aufgeräumt wurde. Da wird der ganze Müll wahrscheinlich verbrannt. Auch nicht so toll. Ansonsten wollte er super viel über mich und meine Familie wissen. Das fand ich schon etwas zu viel. Er selber hat aber auch ganz viel über sich uns seine Familie geredet. Ich sollte ihn „Daddy“ nennen und ihn kontaktieren wenn ich einen Ausflug machen möchte. Er würde mich zu sich nach Hause zu seiner Frau bringen und mir die Gegend zeigen. Eigentlich ist das ja super nett. Aber auf der anderen Seite lernt man doch immer gleich als Kind, dass man nie mit fremden Leuten, vor allem Männern, mitgehen soll. Gerade alleine finde ich das irgendwie nicht so unbedenklich. Dennoch kam er mir ganz lieb rüber.

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Gegen 20 Uhr sind wir erst am Hafen angekommen. Dort hat mich ein weiterer Local im stockfinstern abgeholt. Jetzt ging es für mich auf ein winziges Boot. Gruseliger ging es nicht! Echt nicht! Mit so etwas habe ich nun wirklich nicht gerechnet. Das war wieder so ein Moment, wo ich wirklich Angst hatte. Der dunkelhäutige Typ meinte erst, ob ich bereit für eine 2 – stündige Fahrt sei. Natürlich wollte er mich auf den Arm nehmen. 2 Stunden hätte ich nun wirklich nicht ausgehalten. Ich habe mich nur gefragt, wie er den Weg zur Insel finden soll. Man hat absolut gar nichts gesehen. Nach kurzer Zeit sind wir an irgendetwas gegen gefahren. Das hat ihn selber sogar erschreckt. Der Motor ging aus! Da habe ich schon einen kleinen Herzinfarkt bekommen. Um uns rum waren nur Mangroven. Dazu hat man super viele Fische oder was auch immer das waren im Meer rumzappeln und springen sehen. Ich wollte gar nicht wissen was sich da alles befindet. Mein Problem ist nur, dass ich Mangroven nun immer mit Cairns verbinde. Und da gibt es eben Krokodile. Ich hoffe nur nicht hier. Die Situation hätte einfach nicht gruseliger sein können.

Nach 25- 30 Minuten haben wir uns der Insel genähert. Puuuh! Mein Kapitän meinte nur, dass jetzt für mich ein Lied gesungen wird und mit einem kräftigen „Bulla“ antworten soll. Ich wusste erstmal gar nicht was mir geschieht. Da standen ganz viele Frauen und Männer und haben ein Lied geträllert und Gitarre gespielt. Nur für mich! Nachdem ich an Land war haben sie mir gleich Abendessen gebracht. Da gab es Kartoffelbrei, Kürbis, Spiegeleier und frittierte Auberginen im Teigmantel. Es war alles eher kalt als warm. Dennoch fand ich es super lieb, dass sie mir einen Teller gerichtet haben.

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Anschließend bin ich zum Einchecken an die Rezeption. Sie haben mich gleich zu meinem Raum gebracht. Eigentlich sah alles ganz nett aus. Nur eben super natürlich. So würde ich es mal beschreiben. Die Dusche zum Beispiel läuft nur mit Frischwasser. WLAN muss man auch kaufen. Und das ist gar nichtmal so billig. Das ist es mir die Tage aber wert. Im Moment habe ich noch kein Bild von dieser Insel und der Unterkunft. Ich fühle mich noch nicht wirklich wohl hier. Ob ich es eine Woche aushalte? Aber das kann ich dann die nächsten Tage sagen. Morgen werde ich erst einmal im Tageslicht sehen, wo ich überhaupt gelandet bin.

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