Northland

Tag 148 – Paihia

Schon wieder ging es früh aus dem Bett. Um 6:00 Uhr hat mein und Angelinas Wecker geklingelt. Nachdem wir uns fertig gerichtet haben, sind wir auch gleich in die Küche zum Frühstücken. Draußen hat es geregnet was nur runter kam. Man hat gedacht die Welt geht unter. Alleine beim Weg in die Küche sind wir pitsch nass geworden. Ein toller Tag für einen Ausflug! Wirklich ärgerlich. Mit dem Wetter habe ich echt kein Glück! Aber deshalb wollten wir uns nicht den ganzen Tag versauen lassen. Wir hatten Hoffnung! Aber so wie es geschifft und gestürmt hat, war die auch gleich nicht mehr vorhanden.

Zum Frühstück haben wir uns zusammen Porridge gemacht. Für mich war das echt perfekt. Denn 750g Haferflocken sind schwer in 3 Tagen aufzubrauchen. Zu Zweit gestaltet sich das schon einfacher. Um 7:15 Uhr sind wir schon in unseren neuen Bus eingestiegen und losgefahren. Der heutige Tagesausflug ging nämlich nach Cape Reinga. Das ist der nördlichste Punkt in Neuseeland. Bei mir war der Ausflug sogar in meinem Pass mit inklusive. Somit wollte ich ihn mir definitiv nicht entgehen lassen. Der Fahrer war zu Beginn wirklich lustig und nett. Allerdings hat er einfach nicht aufgehört zu reden. Anfangs fande ich es super, so viele Informationen zu bekommen. Irgendwann wurde es aber einfach nur noch nervig und anstrengend. Vor allem wenn er angefangen hat über sich und sein Leben zu reden, dachte ich mir nur: „Wen interessierts?“. Aber gut. Zu mindest seinen Dialekt mochte ich. Die Menschen aus Manchaster oder Liverpool zum Beispiel haben einen extrem Akzent. Die sprechen das „u“ in zum Beispiel „sunset“ oder „funny“ wirklich als ein „u“ aus. Das hört sich echt super komisch an.

Den ersten Stop haben wir nach 2 Stunden eingelegt. Dort konnten wir uns etwas zu Essen und zu Trinken kaufen. Normalerweise hätte man auch schon früher einen Stop eingelegt. Da bei uns das Wetter aber so miserabel war, wollte der Busfahrer sie wenn dann auf dem Rückweg verlegen. Anschließend ging es weiter bis ganz in den Norden von Northland. Cape Reinga ist mit der nördlichste Punkt in Neuseeland. Hier treffen auch der Pazifik und die tasmanische See aufeinander. Sehen kann man das natürlich nicht. Aber vorstellen kann man es sich. Vor allem für die Maori hat der Ort eine ganz besondere Bedeutung. Es heißt, dass jeder Maori am Ende seines Lebens hier zurück kehrt und seine tote Seele die Erde verlässt.

071CAC8D-E8EB-4674-8CA3-9E21B567CBE3FDA5641D-FE82-4D34-8087-98BB44E70230DD3E2770-1C32-49A1-A0E2-83694F705FA3AD3BD732-FD84-44EC-9A67-C139591018ED948745A0-FBA9-40AD-A3FB-84765F7CC929AB8BE8BB-792F-4669-9CC0-71BF0B179CBD5BD341E2-1C62-45AE-BF94-6A8F4674029F19B57E1A-E569-4A8F-B9CE-79FEBB513448482A7544-899C-4D54-9CE6-FD659447E3576F6DF700-0C8B-468E-805F-69B8503DF9A57A430EC0-75C8-4D3C-A0A9-9E4EAF7E08A998E5C5B8-F5F2-4DB7-9AC5-C930C327913FC5792368-4274-4527-A1DF-AB84C6A40722DC32602A-A2D5-4FB7-B37E-F915F779ACE83068236C-979E-4706-9B77-79EBE418B48A00994153-073F-4D4E-AEF1-8E25783CBA989D0CA6DA-4F0B-486A-BDE6-59A052A0397D14D26A09-2D0A-4EBE-90D1-A694CDEA15933D0881AE-A738-4829-917E-4156B4A7338E3919A008-2D99-4225-81E4-FE79246EE18B9C248E32-AD62-4267-8FD1-BB809CDF006783728581-F84E-4626-8DFF-AB4A04BA4CDE338CED87-B0DD-4EED-9CC9-C9DCADBC1C5893AB90D7-767F-408D-B687-8E5212C9CB639AA5F7CA-F942-4861-B5AD-833413BE00F7543DD4A1-8789-4A98-AFA5-5A2CC7CEC0F9C2CA177E-05E7-4533-85CE-5FEC1C5FFF6C7D3F495D-960E-49B9-B4B2-2A9B41CD6005687309BD-34DF-4393-87DB-E11A3F422EC7D7D718E1-C374-49F5-9767-9592927CF7940074FD8A-4DCB-4189-83EE-43B5149354F87B979F13-65D0-48B9-A8BE-9A147A9DD628E53C8697-14E9-4673-BE10-DE06D2247DBB4E0858D6-2D37-4165-8B7A-8897A84033FC2E342056-BEA0-4530-B45D-0EE73A6BAF5E

Kurz bevor wir angekommen sind, hat das Wetter ein wenig aufgemacht. Wir haben uns schon richtig gefreut. Dann sind wir aber in den totalen Nebel gekommen. Super ärgerlich. Deshalb haben wir auch von der weiten Umgebung nicht alles ganz klar sehen können. Der Weg zum Leuchtturm ging gar nicht lange. Aber trotz eingeschränkter Sicht hat es mir super gut gefallen. Später konnte man auch immer mehr erkennen. Die grünen Wiesen , das Meer, die Klippen und dann der weiße Leuchtturm ergeben ein super schönes Bild. Übrigens hat der Busfahrer uns auch darauf aufmerksam gemacht, dass wir trotz wolkenbedecktem Himmel unbedingt Sonnencreme tragen sollten. Hier im Norden von Neuseeland befindet sich angeblich ein Ozonloch, wodurch das Krebsrisiko besonders hoch ist. Da spielt es keine Rolle ob Wolken den Himmel bedecken.
Auch das Klima ist hier oben ganz ganz anders. Man kommt sich schon fast vor wie in den Tropen. Nirgendwo in Neuseeland wird es wärmer als hier. Die Luft ist ganz feucht und warm. Wirklich verrückt, wie sich das Klima und das Wetter hier von Ort zu Ort ändern kann. Ich bevorzuge auf jeden Fall den Norden, wenn es um das Klima geht. Im Süden war es ja wirklich eisig kalt.

Nach dem kleinen Spaziergang zum Leuchtturm ging es wieder zurück in den Bus. Jetzt mussten wir gar nicht so lange im Bus sitzen, bis wir beim nächsten Stop angekommen sind. Das waren die Te Paki Dunes. Auf diesen Halt habe ich mich besonders gefreut. Da es die letzte Nacht so stark geregnet hat, stand hier sogar das Wasser. Aber für den Bus hat es zum Glück kein Hindernis dargestellt. Schon als wir ausgestiegen sind war ich voll begeistert. Ich finde es wirklich extrem, was Neuseeland landschaftlich zu bieten hat. Das habe ich ganz besonders heute wieder gemerkt. Ob Berge, Seen, Strände, das Meer, Djungel, Vulkane, Höhlen, Dünen und Wiesen. Es gibt einfach nichts, was es nicht gibt. So abwechslungsreich habe ich noch kein Land erlebt. Und genau deshalb war ich auch von diesem Halt so überrascht. Wer hätte schon gedacht, dass ich hier mal noch mitten in einer ewigen Wüstenlandschaft stehe.

014442A9-EC88-41AC-A5A6-BAE91C03ED3F23FB7B38-A53A-4155-A4FB-A2D3CE568776CAD8F89B-6BC5-4EEB-B20D-FA014C953D4EBC0E4DD0-4C70-42F4-8C60-456E0DB572407A5956DE-ECFB-489E-8CD4-439EB46150A016D24617-8158-4797-9429-1D38BD13060E50533782-5572-4626-9AA5-13C24D2CD19904AFE1CE-7D7A-4370-80B0-2F1D5E22E9A2628AB24D-DCEE-4884-A2A1-67CACF5A2AE959CB7F68-A8A4-4BA7-885A-710C103138F3C9268F5B-86D1-487E-9799-BC92A3F7D8E619C12A72-7D58-4B54-9D07-D333A9EAE231C7AA8CAB-53CC-4BAD-9B57-7C8A06C33485CC8B477A-D1D7-4FAE-9305-E1C2F5548CFE58DAE385-75DD-4C2F-9622-93C732FD0B020339FC6F-7EAC-4A48-A389-294D1B3D75D56C3D8C13-1C33-4D3A-9830-3385B0A1C0B71D4BC872-2443-471F-B3D5-640B5B06990769D8F638-19C0-4BBA-B7D2-39453048A6A25E71530F-6E4B-487F-A521-264F5CA83C7701C1A826-6B5D-43C3-9EF9-BE7A12F20BEEFC847758-C1BC-40D3-9AEA-89465A547D1EED31DF98-EE9C-4E8F-85B3-64A9FE644E0647222852-0DE8-4BAC-8D91-5837568C395A859D0249-547D-4D34-8911-CF7805E20C92DD7D1C13-AC33-4573-9F5F-26E6A2263407D8C042DE-D81B-45EE-B8BD-C19DF51789DCB6717C4C-4533-4F31-A459-849DD51E14F0BBD22CBB-5B04-475C-B204-6E4368CE8B0F105845CD-4D4E-4207-8947-B48A3E62AE1DEE906C15-85F0-4785-8011-2749A3924487628764AB-B630-4587-A6B3-CCCB59B378D1

Bei den Te Paki Dunes hatten wir auch etwas ganz besonderes vor, das Sandboarding. Der Busfahrer hat uns davor gewarnt, dass es nicht selten vorkommt, dass sich Leute einen Zeh, das Bein, den Arm oder das Genick gebrochen haben. Aber davon haben wir uns alle nicht beeinflussen lassen. Jeder hat seine Schuhe ausgezogen und sich ein Brett geschnappt. Dann ging es auch schon den Sandberg nach oben. Wir hatten noch relativ Glück, dass es geregnet hat. So war der Sand viel griffiger und somit auch einfach auf ihm zu laufen oder zu bremsen. Von oben sah alles allerdings viel steiler aus als von unten. Erst jetzt hat man aber auch die kompletten Dünen sehen können. Einfach nur gigantisch! Die Jungs haben begonnen und sind so weit geschlittert, das sie am Ende pitsch nass im Wasser gelandet sind. Das wollte ich nun wirklich nicht. Dennoch habe ich es gewagt, den Berg mit dem Brett nach unten zu fahren. Und wenn man auch stark genug abgebremst hat, ist man gar nicht ins Wasser gekommen. Es hat so ein Spaß gemacht. Wirklich! Ich bin gleich wieder nach oben gelaufen, um ein weiteres Mal nach unten zu sausen. Ein bisschen kann man es mit Schlitten fahren vergleichen. Nur das man hier aus dem Bauch liegt und nicht im Schnee, sondern im Sand fährt. Echt cool!

5D24A918-2199-41F4-A1A1-EBF3CAA303F287D3BBAD-3B58-4BBF-B228-6CFC36852F430ED863B8-2CA8-4FE5-8364-62BA1767AD1199C6795A-2020-4C3B-BB96-60796379D55A1537799C-4127-4710-A600-E8F16ACF5D7B014AC752-44EC-42AF-8E0E-20ECD8C4B85C93506819-5E10-4D32-88BB-D51665370B04E1CE9908-0E4E-4E49-9065-17A3C0F5D56D33D86647-41AD-4976-8EFC-D651FAAE5D898BC9EEE2-0C7D-4B2C-93F2-9704145FD7B8EE7FA469-4802-40AF-B36C-77A5DB98ED54

Leider ging es auch hier nach einiger Zeit auch schon weiter. Das Wetter hat übrigens noch einmal alles gegeben. Die Sonnen kam raus! Wuhuuu! Zum nächsten Stop mussten wir eine ganze Weile auf unebenen Straßen fahren. Dabei sind wir wirklich mitten in der Pampa gelandet. Sogar einige Wildpferde haben wir in der Ferne entdecken können. Irgendwann sind wir dann am „90 miles beach“ angekommen. Der Strand ist wirklich gigantisch lang. 90 Meilen sind es dann aber doch nicht ganz. Ca. 60 Meilen beträgt die Länge des Strandes wirklich. Zum Glück war gerade „low tide“. Somit hatte der Strand auch eine gewaltige Breite. Überall lagen wunderschöne Muscheln herum, die vom heutigen Tag angespült wurden. Um ehrlich zu sein, habe ich zuvor selten Schönere gesehen. Aber mitnehmen wollte ich dann doch keine. Es wurde nochmal ganz stark gesagt, dass man seine Finger von der „Wildnis“ lassen soll. Also habe ich das auch. Natürlich sind viele auch auf Muschelsuche gegangen. Aber was soll’s! Was mich total beeindruckt hat, war der angeschwemmte Seestern. Das es so etwas gibt! Noch nie zuvor habe ich das gesehen, dass ein Seestern einfach so am Strand liegt. Verrückt. Noch verrückter war der gestrandete, tote Pinguin. Das war natürlich nicht ganz so toll zum Anschauen. Trotzdem echt krass!

85DD19C4-88D8-41DD-ADB8-05708EAEC07D4C5D0D45-E128-4281-AC47-63F0CEB3A3F3F41EA430-8D99-4D19-A7E5-BEC841291D352C1F44A1-AC56-4878-89C3-A71F69A3939E

Der nächste Halt wurde zum Putzen des Buses genutzt. Der war von Innen nämlich echt super sandig und nass. Wir konnten in der Zwischenzeit in einen Souvenirshop. Der hatte echt schöne Sachen. Aber ich habe langsam wirklich genug Geld ausgegeben.
Anschließend ging es auch wieder weiter. Ich hatte langsam wirklich keine Lust mehr aufs Busfahren. Wir haben echt lange Strecken zurück gelegt. Aber so haben wir es uns ausgesucht. Der vorletzte Stop war Mangonui Fish Shop. Dort konnten wir alle zusammen günstig Fish and Chips essen gehen. Frischer bekommt man den Fisch wohl nirgends. Dafür sind die Bay of Islands auch beliebt, zum Fischen!

2D3FE79F-FF8A-4E51-A50D-63AFF6A6088D0BECF066-D80B-4E6E-B4BE-0288A41655AA

62D7C4A2-0B2F-4D42-8AF9-68B5272183E087A0ACCA-43A2-4DC1-89FB-66F586DD15EC1076FFED-BB77-4DC3-BE6C-90151F99CDD0CC6EF64C-C95E-4E8C-AAAA-8F3C842BCCA854B33116-A927-48F0-90C6-5E212DFDA83F

Bevor wir dann wieder nach Paihia zurück gefahren sind, haben wir einen Abstecher zum Puketi Kauri Forest gemacht. Hier konnten wir einen kleinen Bushwalk machen. Auf dem Weg sind wir an 1000 Jahre alten, riesigen Bäumen vorbei gekommen. Echt extrem, wie lange die hier schon stehen. Das kann man sich überhaupt nicht vorstellen. Passend zum Regenwald- Feeling hat es leicht angefangen zu regnen. Aber wir waren wirklich unglaublich happy, wie sich das Wetter heute noch entwickelt hat.
17:45 Uhr! Dann sind wir endlich angekommen. 470 km haben wir insgesamt zurückgelegt. Ein langer Tag! Wir haben wirklich viel Zeit im Bus verbracht. Dafür haben wir auch eine ganze Menge gesehen. Für mich hat es sich definitiv gelohnt.

Angelina ist noch kurz in den Countdown zum Einkaufen gegangen. Ich habe in der Zwischenzeit gekocht und versucht, so viel wie möglich aufzubrauchen. Das ist mir auch ganz gut gelungen. Am Tisch sind wir beide noch lange sitzen geblieben, haben uns einen Tee gemacht und geredet. Auch noch einige deutsche Jungs haben uns Gesellschaft geleistet. Wir hatten es wirklich lustig. Vor allem mussten wir uns wieder über die verschiedenen Dialekte in Deutschland lachen. Echt lustig, wie unterschiedlich manche Wörter und Redewendungen doch sind. Nach einer ganzen Weile bin ich dann ins Zimmer gegangen, habe noch einen Blog geschrieben und schon einmal grob mein Zeug für morgen zusammen gepackt. Und das war auch dieser Tag schon wieder. Ein langer, aber auch ein schöner Tag. Bei dem Wetter heute morgen, hätten wir niemals gedacht, dass der Tag sich noch so entwickelt.

 

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s