Eine Reise fürs Leben

Reisen! Eine Reise ist oftmals viel mehr als man denkt. Ich habe nicht nur super viele Orte gesehen, Kulturen kennengelernt und Menschen getroffen. Man lernt so viel dazu. Das kann man definitiv nicht mit dem vergleichen, was man in der Schule so gelernt hat. Ich habe so viel über die asiatische Kultur, das Essen, den Buddhismus, über Mönche, Elefanten, australische Tiere, Aborigines, Maori, die Traditionen in Fiji und vieles vieles mehr gelernt. Ich kann Hallo jetzt auf thailändisch, khmer, burmesisch, vietnamesisch, laotisch und maori sagen. Sogar in Fiji weiß ich, wie man sich begrüßt.

Man lernt aber nicht nur viele Dinge über die ganzen Länder und die verschiedenen Kulturen. Mit der Zeit entwickelt man einfach ein Gefühl fürs Reisen. Am Anfang muss man an so viel denken. Wie verhalte ich mich wo, wo kann ich alleine nach draußen gehen, wo verstaue ich meine Wertsachen, wie geht das Leben in einem Hostel zu, wie komme ich alleine zurecht, was darf ich wo essen und wie sollte ich mich in Tempeln anziehen? Am Schluss kam mir alles selbstverständlich vor. Aber zu Beginn hatte ich davon wirklich keine Ahnung. Das Reisen bereichert ein Leben enorm. Die Erinnerungen werden mir immer bleiben und das kann mir auch keiner nehmen. Eine Reise fürs Leben!

Was habe ich über mich selber gelernt?

Auch sich selber lernt man viel besser kennen. Mit der Zeit weiß man einfach, was man gut kann und was eher weniger. Was macht einem Spaß? Mit welchen Leuten ist man am liebsten zusammen?
Mir wurde auf jeden Fall klar, dass ich kein Party Mensch bin. Es gab wirklich Leute, die jeden Tag Party machen wollten. Manchmal kann es echt cool sein. Aber jeden Tag? Ich brauche das wirklich nicht. Meiner Reisekasse tat das auch mehr als gut.

Mir wurde auch immer bewusster, dass ich die Höhe liebe. Wie cool wäre es, wenn man fliegen könnte. Es macht mich wirklich glücklich aus dem Flugzeug zu springen, in den Dschungel zu schaukeln, im Flugzeug zu sitzen oder in die Schlucht zu springen. Ich liebe die Höhe einfach! Das Wasser ist allerdings nicht so mein Element. Schiffe und Boote sind mir überhaupt nicht geheuer. Das wurde jetzt definitiv besser. Dennoch bin ich nicht der größte Fan davon.

Ich habe auch gemerkt, dass ich mich viel zu einfach beeinflussen lasse. Ich habe so viele Entscheidungen fällen müssen. Das fiel mir manchmal wirklich schwer. Ich will immer das Beste aus allem machen und mich richtig entscheiden. Andere sind sich manchmal so sicher bei dem, was sie so machen wollen. Das bin ich nicht und das will ich definitiv ändern.

Was ich zuvor auch nicht gedacht hätte ist es, dass ich mein zu Hause bzw. meine Familie doch so sehr vermisse. Wenn man zu Hause ist realisiert man das gar nicht so. Aber wenn man mal so lange weg ist, merkt man, wie wichtig einem seine Familie doch ist.

Deutlich ist auch geworden, dass ich viel Wert auf gutes Essen lege. So viele Backpacker haben sich einfach eine billige, asiatische Instant Suppe gekauft und mit Wasser übergossen. Ich brauche es einfach, gut zu kochen oder essen zu gehen. Danach bin ich einfach zufrieden.

Zudem weiß ich nun auch, dass ich nicht immer jemanden um mich rum brauche. Ich finde es wirklich cool, mit Leuten zusammen zu reisen und neue Leute kennenzulernen. Allerdings bin ich nicht jemand, der zu jedem gleich hinrennt und fragt, ob wir beste Freunde sein können. Ich mag es auch lieber in etwas kleineren Gruppen zu sein, als Tausende um sich rum zu haben. In so großen Gruppen fühle ich mich nicht so super wohl. Aber das hängt ja auch damit zusammen, wie die Leute so drauf sind. Ab und zu finde ich es aber echt ok auch mal alleine zu sein und sein Ding zu machen. Die Abwechslung macht’s!

Mir wurde auch noch stärker bewusst, dass ich es nicht mag, wenn man lange um den heißen Brei redet. Ich brauche einfach Fakten und eine direkte Meinung. Was Anderes kann echt anstrengend werden.

Außerdem weiß ich jetzt auch noch viel mehr, dass mich die Sonne glücklich macht. Wenn die Sonne scheint ist schonmal alles gut. Bei Regen, Kälte oder Sturm sinkt meine Laune ganz schön schnell.

Beim Reisen hat sich auch gezeigt, was mir wirklich wichtig ist. Dazu gehört es frei zu sein und seine eigenen Entscheidungen fällen zu können. Zudem finde ich es wichtig, sich immer weiter zu bilden und nie auf dem gleichen Stand zu bleiben. Auch so etwas wie schöne Fotos, gutes Essen und eine Mischung aus Programm und Entspannung ist mir wichtig. Auch viel Wert lege ich, den Kontakt mit Freunden und meiner Familie zu halten. Außerdem sollte man manchmal auch einfach mal zufrieden mit sich selbst sein. Für mich persönlich ist es auch immer noch wichtig, anders zu sein als andere und einfach besondere Dinge zu tun.

Was habe ich allgemein gelernt?

Jetzt aber mal zu den Allgemeinen Sachen, die mir mit der Zeit auch immer klarer geworden sind. Es hängt alles davon ab, mit welchen Leuten man unterwegs ist! Überall da, wo ich coole Leute hatte, habe ich auch gute Erinnerungen. Zusammen macht man einfach das Beste aus allem. Wenn man nur unter Leuten ist, die einen nicht verstehen oder nur nerven, wird es echt mühsam.

Das Wetter kann man nicht ändern! Das ist leider wahr. So viel hängt einfach vom Wetter ab. Manchmal hatte ich wirklich Glück. Oftmals hat das Wetter aber einiges versaut. Bei gutem Wetter haben alle einfach viel bessere Laune. Alleine das macht schon super viel aus.

Sei nett zu den Anderen, aber lass dir nicht alles gefallen! Das habe ich vor allem in meiner Zeit während der Indochina Tour gemerkt. Am Anfang habe ich mir echt alles sagen lassen. Ich habe immer zurückgesteckt. Im Nachhinein hätte ich das wirklich nicht tun dürfen. Wenn einem etwas nicht passt, dann muss man es auch sagen. Und das ist wirklich wichtig.

Beschränke dich auf das Minimum! 5 Monate musste ich mit einem einzigen Rucksack auskommen. Da lernt man, sich auf das zu beschränken, was man wirklich braucht. Man hat natürlich oft die gleichen Sachen an. Aber um das geht es in dem Moment nicht. Man hat keine andere Wahl, als praktisch zu denken. Zu Hause schätze ich es jetzt viel mehr, so viel Auswahl zu haben.

In Asien habe ich gelernt, dass das Leben auch einfach sein kann. Da kümmert sich keiner um seine Zukunft, um Karriere oder sonst was. Hier leben echt alle so einfach. Auch beim Verkehr denkt man, dass das doch nicht gut gehen kann. Aber es geht! Es geht alles! Wir sind da in Deutschland schon extrem strikt und an Regeln gebunden.

Uns geht es sehr gut zu Hause! Das wurde mir echt oft bewusst. Wir leben wirklich im Luxus. Überall auf der Welt gibt es schöne Orte und schöne Länder. Aber in keinem Land würde ich wirklich gerne leben wollen. Der Standart in Deutschland ist extrem hoch. Wir haben es hier echt sehr sehr gut.

Alles kostet Geld! Wenn man Geld hat, kann man überall hin und brauch sich keinen Kopf machen.
Ohne Geld geht nichts. In Asien muss man dafür zahlen, um an normales Trinkwasser zu kommen. Sogar für Toiletten haben wir oft Geld gelassen. Es kostet einfach alles!

Man ist viel offener, wenn man alleine reist! Das bin ich zumindest. Und deshalb bin ich auch froh, alleine gegangen zu sein. Wenn man eine Freundin oder einen Freund dabei hat klebt man die ganze Zeit aufeinander. Wenn man alleine unterwegs ist, ist man darauf angewiesen mit anderen in Kontakt zu kommen. Das macht so viel aus!

Ohne Englisch läuft nichts! In der heutigen Zeit geht es ohne Englisch nicht. OK, vielleicht in Australien. Da befinden sich fast nur Deutsche. Aber wenn man jetzt mal von den normalen Bedingungen ausgeht, kann man ohne Englisch wirklich einpacken. Das habe ich auch bei dem Franzosen in Fiji gesehen. Mit keinem kann man sich verständigen. Wirklich schwer!

Asien ist nicht so gefährlich, wie immer alle sagen. So viele waren geschockt, als ich preisgegeben habe, dass ich alleine nach Asien gehe. Natürlich gibt es Orte, an denen man besser nicht nachts alleine rumlaufen sollte. Aber diese Orte gibt es in Deutschland genau so. Überall auf der Welt sind böse Leute. Das ist in Asien genau so wie in Europa. Ich muss sogar sagen, dass der Großteil der Leute in Asien um einiges netter sind als in Deutschland zum Beispiel. Ich denke das liegt auch an ihrem Glauben. Tu Gutes, führe ein gutes Leben. Tu Schlechtes und werde bestraft! Aber ich will nicht bestreiten, dass es auch hier Menschen gibt, die es nicht gut mit einem meinen. Dennoch wird meiner Meinung nach manchmal ein zu großes Drama darum gemacht. Wenn man einen gesunden Menschenverstand hat, weiß man, was man vielleicht besser lassen sollte. Vertraue auf dein Bauchgefühl in brenzligen Situationen!

Nicht jeder hat die Möglichkeit reisen zu gehen. Ich glaube immer noch, dass jeder von uns reisen gehen kann, wenn er es nur wirklich möchte. Das gilt zumindest für Europa, Kanada, Nordamerika oder sonstige Länder, denen es recht gut geht. In Südostasien habe ich so oft zu spüren bekommen, dass diese Menschen fast keine Chance haben die Welt zu entdecken. Wir müssen also wirklich dankbar dafür sein. Ich weiß auf jeden Fall, dass es nicht selbstverständlich ist die Möglichkeit dazu zu haben.

Nicht alles läuft so, wie man es sich vorstellt! Es kommt immer anders, wie man vielleicht denkt. Zu viel planen ist deshalb auch nicht immer von Vorteil. Dennoch muss ich sagen, dass bei mir wirklich viel nach Plan gelaufen ist. Und dafür muss ich echt dankbar sein. Es hätte auch anders laufen können.

Wie hat mich meine Reise verändert?

Ich bin mir gar nicht so sicher, ob mich bei meiner Reise großartig verändert habe. Ich glaube aber schon. Das habe ich auch gemerkt, als ich Sophie, meine Zimmerkameradin von Asien, in Sydney wiedergetroffen habe. Sie kennt mich seit dem ersten Tag meiner Reise. Als ich sie wieder besucht habe, hat sie gemeint, ich habe mich extrem verändert. Ich bin definitiv selbstständiger und selbstbewusster geworden. Ich glaube auch, dass ich nicht mehr so naiv bin und jedem gleich alles glaube. Auf jeden Fall bin ich um einiges offener und kontaktfreundlicher geworden. Das hat man definitiv mit der Zeit gelernt. Auch spontaner bin ich! Ich meine, dass musste man auch sein, die Zeit wo ich weg war. Jeden Tag gab es neue spannende Abenteuer, von denen man ein paar Minuten vorher noch gar nicht gewusst hat. Offener bin ich auch für Essen geworden. Wir haben so viel probiert, wo ich jetzt zu Hause vielleicht nicht unbedingt gegessen hätte. Hier hat das einfach dazu gehört. Ganz klar ist auch, dass ich auf jeden Fall sicherer geworden bin. Egal bei was! Ich kann mir selber einfach mehr vertrauen. Ich weiß jetzt was ich kann. Allgemein bin ich echt unabhängiger von Anderen geworden. Das war ich zuvor auch schon. Jetzt aber noch mehr. Ich musste einfach 5 Monate alleine auskommen, alles alleine durchstehen, alles selber planen und erledigen. Und ich glaube darauf kann ich auch ein wenig stolz sein!

Eine Reise kann also wirklich viel mit einem selber machen. Ich werde bestimmt mein ganzes Leben daran zurückdenken. Auch wenn es nicht immer so einfach war, jeden Tag diesen Blog zu schreiben, war es das am Ende wert. Ich bereue keine Sekunde, die ich von zu Hause weg war und ich bin mehr als glücklich, dass ich es durchgezogen habe. Auch wenn so viele daran gezweifelt haben habe ich es einfach gemacht. Man bereut nie das, was man getan hat. Ich hätte es nur bereut, wenn ich es erst gar nicht versucht hätte. Ich kann gar nicht mit Worten beschreiben, was die Reise für mich bedeutet hat. Damit habe ich mir meinen Traum erfüllt. Aber das war definitiv nicht das letzte Mal! Die Welt ist so groß und es gibt da draußen so viel zu entdecken. Eine Reise ist immer etwas fürs Leben!

 

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